19.04.2017, 06:33 Uhr

28-Jähriger aus Meppen verurteilt 6000 Euro Geldstrafe für Marihuanabesitz

Wegen des Besitzes von Marihuana verurteilte das Schöffengericht in Meppen einen Mann zu 6000 Euro Geldstrafe. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpaWegen des Besitzes von Marihuana verurteilte das Schöffengericht in Meppen einen Mann zu 6000 Euro Geldstrafe. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa

Meppen. Ein 28-jähriger Metallbauer aus Meppen musste sich wegen des Besitzes von Marihuana vor dem Schöffengericht in Meppen verantworten. Er wurde zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt.

Grundsätzlich gab der Angeklagte die Tat zu. Sein Verteidiger monierte aber, dass die Anklageschrift einseitig sei, weil seinem Mandanten nur Mitbesitz an dem Kraut vorzuwerfen sei. Damit halbiere sich die Menge, die diesem zuzurechnen sei. Außerdem deutete der Anwalt an, dass die gesetzliche Grundlage für eine Durchsuchung zweifelhaft sei.

Strafrechtlich war der Angeklagte bisher nicht in Erscheinung getreten. Das zur Untersuchung an das Landeskriminalamt übersandte Beweismittel ergab eine Menge von 165 Gramm mit einem Wirkstoffgehalt von 15,4 Gramm THC (Tetrahydrocannabinol). Dabei handelt es sich um einen mit einer im Gesetz hohen Strafandrohung als „nicht geringe Menge“ definierten illegalen Besitz.

Geständnis positiv gewertet

Der Staatsanwalt wertete das Geständnis positiv. Es sei aber ein Verbrechen nach dem Betäubungsmittelgesetz zu beurteilen; das verlange eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr. Er wolle aber zugestehen, dass der Angeklagte nur die doppelte Menge besessen habe, was als Urteilsgrundlage den minderschweren Fall begründe. Dafür sei eine Bewährungsstrafe von acht Monaten Tat und Schuld angemessen.

Für Eigenverbrauch?

Der Verteidiger plädierte für ein noch milderes Urteil. Statt der Freiheitsstrafe sei eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen, entsprechend fünf Monate, zu je 30 Euro ausreichend. Der Stoff sei für den Eigenverbrauch bestimmt gewesen und es handele sich um Weichdrogen, die nicht für den Handel vorgesehen gewesen seien.

Minderschwerer Fall

Das Urteil des Schöffengerichts wies eine Geldstrafe aus, die 150 Tagesätze zu je 40 Euro, errechnet aus dem Monatseinkommen des Angeklagten, beträgt. Neben dem Geständnis sei auch zu berücksichtigen, dass der Angeklagte bisher straffrei geblieben sei. Zudem sei das Hanfkraut nicht in Umlauf gebracht worden und der Wirkstoffgehalt relativ niedrig. Der minderschwere Fall sei im Gesetz mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bewerten.

Das Gericht räumte dem Verurteilten Ratenzahlung ein. Er muss auch die Kosten des Verfahrens tragen.


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