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21.03.2017, 06:12 Uhr KOMMENTAR

Zur Absage des Rapper-Auftritts in Meppen: Gute Entscheidung

Kommentar von Benjamin Havermann

Dass der Auftritt nun abgesagt wurde, ist eine gute Entscheidung, meint unser Kommentator. Foto: Screenshot/YouTubeDass der Auftritt nun abgesagt wurde, ist eine gute Entscheidung, meint unser Kommentator. Foto: Screenshot/YouTube

Meppen. Der Rapper Mert sollte am kommenden Samstag im Update in Meppen auftreten. Er ist bekannt für seine schwulenfeindliche Einstellung. Dass der Auftritt nun abgesagt wurde, ist eine gute Entscheidung, meint unser Kommentator.

Es ist eine Qual, das 14-minütige Video von Mert bis zu Ende zu schauen. Einerseits wegen seiner Lautstärke, anderseits wegen seiner Fäkalsprache, mit der er vor allem Homosexuelle beleidigt. Von „Schwuchteln“ und anderen Beleidigungen ist da die Rede. Gleichgeschlechtliche Liebe ist seiner Meinung nach „unmenschlich“.

Es ist traurig, dass solche veralteten Ansichten immer noch von einigen Menschen vertreten und im Internet verbreitet werden. Dass Schwulenfeindlichkeit auch immer wieder zu Gewaltverbrechen führen kann, zeigen auch die aktuellen Zahlen des Bundesinnenministeriums.

Im Jahr 2016 wurden deutlich mehr Straftaten gegen Homosexuelle verzeichnet als im Vorjahr. Bundesweit waren in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 205 Straftaten im Zusammenhang der „sexuelle Orientierung“ gemeldet worden – 34 mehr als im gleichen Zeitraum 2015.

Wer sich einen Namen durch homophobe Äußerungen macht, gehört nicht auf eine Bühne und sollte keine öffentliche Plattform für seine Parolen bekommen. Es ist deshalb eine gute Entscheidung des Veranstalters, den Auftritt abzusagen. Es gibt Künstler, die sich für Minderheiten und eine offene Gesellschaft einsetzen, die eine bessere Wahl sind.


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