01.12.2016, 16:12 Uhr

Ausstellung ab 3. Dezember 2016 Kunst von Hundertwasser im Ratssaal in Meppen


Meppen. Redebeiträge können durchaus eine Kunst sein. Rhetorisches gibt es bis zum 28. Februar 2017 allerdings nicht im Meppener Ratssaal. Er wird vielmehr in den nächsten Wochen zum Schauplatz einer Hundertwasser-Ausstellung.

  • Die Schau in Meppen zeigt als Herzstück einen Querschnitt Hundertwassers grafischen Werks‘
  • Originalplakate, die er für Umweltaktionen schuf, verdeutlichen seine visionäre Seite
  • Auch Objekte und Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens schuf der Österreicher
  • Im biografischen Bereich erwarten den Besucher Privatfotos
  • Das politische Engagement des Wieners wird auch mit seinen Briefmarken dokumentiert

Annähernd 90 Grafiken, Plakate, Zeichnungen, Briefmarken, Fotos und Dokumentationen zum Leben des Künstlers werden dort der Öffentlichkeit präsentiert.

Die in Meppen von der Stadt zusammen mit ihrem Stadtmarketingverein Wir in Meppen ( WiM) und der Galerie-F GmbH präsentierten Werke Friedensreich Hundertwassers waren unter anderem in Magdeburg, Bochum, Regensburg zu sehen, gilt als publikums- und medienwirksames Kunstereignis . Präsentiert werden verschiedene Techniken Hundertwassers. Dem war es stets ein Anliegen, im Einklang mit der Natur zu leben und zu bauen. Seine Kunst stellte der gebürtige Wiener deshalb auch in den Dienst des Umweltschutzes. Die Ausstellung greift das auf. Sie zeigt zum Beispiel Poster und Briefmarken mit entsprechenden Motiven. Aber auch eine biografische Ecke mit Privatfotos fehlt nicht.

Farbvielfalt

Die Kunstwerke des Meisters bestechen unter anderem durch ihre Farbvielfalt. „Testament in Gelb“ zum Beispiel ist eine Arbeit des Österreichers, die 1970 während seines dreijährigen Aufenthalts in Venedig entstand. Die Wechselwirkung von Natur und Zivilisation war für Hundertwasser stets ein zentrales Thema. Auch in diesem Werk setzt er es um. Das Bild hängt bereits an seinem Platz in Meppen, während in anderen Bereichen noch Helfer das Sagen haben. Vorbei an Farbeimern und großen Kisten mit Werkzeug bahnen sie sich den Weg durch Rollwagen, auf denen, fein säuberlich verpackt, sie darauf warten, an den frisch gestrichenen Stellwänden Platz zu finden.

Die in Meppen in der Kirchstraße zu sehende Ausstellung dokumentiert das Schaffen eines der populärsten Künstler des 20. Jahrhunderts als Maler, Architekt und Ökologe, zeigt einen Querschnitt seines grafischen Werks von 1952 bis 2000.

Ständig erweitert

Ziel der seit 2004 bestehenden und ständig erweiterten Schau ist es, wie Galeristin Kerstin Rupin-Friedrichs bei einer Pressekonferenz am Donnerstag sagte, mehr als nur Bilder zu zeigen, „mehr als Kunst zu transportieren“. Für Bürgermeister Helmut Knurbein ist die Präsentation der Hundertwasser-Werke „in unserer Region einmalig“. Sie werde deshalb Gäste aus nah und fern anziehen. Schon jetzt zeichnet sich in der Tat reges Interesse ab; Es liegen bereits mehr als 20 Anmeldungen für Schulführungen vor. Dank sagte der Verwaltungschef der Emsländischen Volksbank für die Unterstützung durch ihr Sponsoring und der Kaufmannschaft als „kreatives Sprachrohr“.

Großer Aufwand

Der Aufwand, der für die Ausstellung im Vorfeld betrieben wurde, ist groß. Bereits vor gut einer Woche wurde damit begonnen, den parlamentarischen Bereich des Ratssaals auszuräumen. Annähernd 20 Personen sind hier im Einsatz. 30 Tische und 90 Stühle wurden hinausgetragen, die Medien-/ Lautsprecheranlage und Podest entfernt und beim Baubetriebshof eingelagert. Zwei größere Windlichter stehen an der Fensterfront. Es soll eine Atmosphäre geschaffen werden, die Hundertwasser (1928 bis 2000) stets für die Ausstellung seiner Werke vorgab: Sie dürfen nicht auf weißen Wänden und nicht unter greller Beleuchtung gezeigt werden.

Kerzenscheinführungen

Die geplanten Kerzenscheinführungen würden dem Meister gefallen. Der Besucher erlebt im Halbdunkeln unmittelbar die Auswirkung des Malens mit phosphoreszierenden Farben und die Verwendung von Metallauflagen, Aluminiumfolie und Glasgries in Hundertwassers Werk. Termine: 11./15./18. und 22. Dezember 2016, jeweils um 18. 30 Uhr. Preis: 12,50 Euro (11,50 Euro ermäßigt). Anmeldungen: Tel. 05931/153135.


Die Eintrittspreise pro Person:

Erwachsene: 6,50 Euro

Ermäßigt: 5,50 Euro (Rentner, Studenten, Schwerbehinderte)

Inhaber der EL-Card: 4,50 Euro

Inhaber EC-Karte der EVB: 4,50 Euro

Gruppe (ab 10 Personen): 4,50 Euro

Schüler im Klassenverband: 2,50 Euro (zwei Begleitpersonen frei)

Familie I (1 Erw., max. 2 Kinder bis 16 Jahre): 8,00 Euro

Familie II (2 Erw., max. 4 Kinder bis 16 Jahre): 15,00 Euro

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