28.11.2016, 11:30 Uhr

Im Zweifel immer die 110 wählen 28.000 Notrufe sind keine „echten“ Notfälle

Etwa 235.000 Notrufe gingen 2016 bei der Leitstelle in Osnabrück ein, die auch für das Emsland zuständig ist. 28.000 Notrufe zogen keinen Einsatz nach sich. Foto: dpaEtwa 235.000 Notrufe gingen 2016 bei der Leitstelle in Osnabrück ein, die auch für das Emsland zuständig ist. 28.000 Notrufe zogen keinen Einsatz nach sich. Foto: dpa

Meppen. Etwa 235.000 Notrufe gingen in diesem Jahr bei der Leitstelle in Osnabrück ein, die auch für das Emsland zuständig ist. Rund 28.000 Notrufe hatten keinen Einsatz zur Folge. Über einige von ihnen mussten die Beamten sogar schmunzeln.

Vier Leitungen sind bei der Leitstelle für den Notruf 110 offen, erklärte die Osnabrücker Polizeisprecherin Anke Hamker. „Es dauert nur wenige Sekunden, bis der Anruf entgegengenommen wird.“ Bei der Leitstelle Osnabrück laufen die gesamten Notrufe aus Stadt und Landkreis Osnabrück, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim ein. „Von Osnabrück aus werden die Einsätze verteilt.“

28.000 Anrufe keine Notrufe

Allerdings ist nicht jeder Anruf, der unter der 110 eingeht, ein Notfall. Gut 28.000 Anrufe gingen im Jahr von Anrufern ein, die entweder aus Versehen oder absichtlich die Leitungen blockierten. „Der Klassiker ist, dass ein Volltrunkener anruft und von der Diskothek nach Hause gebracht werden will“, sagte Marco Ellermann von der Polizeidirektion Osnabrück im Gespräch mit unserer Redaktion. Manchmal seien es auch offenbar psychisch kranke Menschen, die 110 wählten. „Sie berichten von Schmerzen, die sie haben oder Menschen, die bei ihnen zu Hause durch die Wand kommen.“

Spaßanrufe sind die Ausnahme

Natürlich würden immer wieder auch Spaßvögel den Notruf wählen, doch das sei eher die Ausnahme, so Ellermann weiter. „Das sorgt gerne man für Schmunzeln bei den Kollegen. Wer es allerdings zu bunt treibt, muss mit einem Strafverfahren rechnen. Schließlich blockiert derjenige eine Notrufleitung. Was uns immer wieder wundert, ist dass uns Menschen anrufen und fragen, wohin Streifenwagen fahren würden. Aber der Klassiker ist und bleibt die Katze auf dem Baum. Da helfen wir natürlich auch.“

Im Zweifel den Notruf wählen

Trotzdem betont Ellermann, dass jeder Bürger jeder Zeit den Notruf wählen soll. „Auch wenn man sich nicht sicher ist, im Zweifel lieber ein Mal zu viel als zu wenig anrufen. Wir helfen immer. Gerade wer einen vermeintlichen Einbruch in der Nachbarschaft beobachtet, soll uns sofort kontaktieren. Besonders hier sind wir nämlich auf die Hilfe der Mitbürger angewiesen.“

Keine Statistik zu „Quatsch-Notrufen“

Wie hoch jetzt aber die Quote an „Quatsch-Notrufen“ ist oder wie viele „unechte“ Notrufe speziell aus dem Emsland kommen, kann Ellermann nicht sagen. „Wir führen darüber keine Statistik. Es wird zwar alles dokumentiert, aber dann müsste man jeden einzelnen Anruf auswerten. Da haben wir, auf gut Deutsch gesagt, Besseres zu tun.“


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