24.11.2016, 10:33 Uhr

Blick in die Geschichte Historischer Wandkalender von Meppen neu erschienen


Meppen. Welcher alteingesessene Meppener kann sich nicht daran erinnern? Finkenbrink hieß die Gaststätte am Helter Damm und das Besondere an ihr war nicht etwa die Zapfanlage für die allseits geschätzte Gerstenkaltschale, sondern die zum Grundstück gehörende Minigolfanlage, an der sich artige Kinder als Belohnung für gutes Benehmen meist sonntags versuchen durften. Wie in einem Zeitbus durch die Geschichte Meppens sitzend fühlt sich der Betrachter des neuen Historischen Wandkalenders 2017.

Dabei macht der Bus Station am Hotel Warren am heutigen Windthorstplatz und an der daneben liegenden Milchgaststätte. Das Hotel war bis in die frühen 1970er Jahre ein Haus der gehobenen Hotelkategorie. Zahlreiche Prominente stiegen dort ab. Und ob sie dabei auch den Weg in die Milchgaststätte der Familie Stölzer gefunden haben und von Fräulein Inge bedient wurden? Wer weiß das schon noch so genau. Aber die Milchbar war seinerzeit Kult.

Dann geht es wie auf einem Streifzug durch Meppen weiter. Die Emsbrücke und die Hasebrücke, heute das Nadelöhr bei der Fahrt durch Meppen, kamen vor rund 100 Jahren mit mehr Holz als Beton daher. Wen wundert’s, fuhren auf ihnen doch eher Fahrräder und Kutschen als Autos und Lkw. Auch Fußgänger konnten diese gefahrlos passieren.

Windthorst-Denkmal auf dem Markt

Ob diese dann dem altehrwürdigen Windthorst-Denkmal ihre Aufwartung machten? Dieses thronte damals noch mitten auf dem Markt und blickte in Richtung des historischen Rathauses. Vor 100 Jahren war die Fußgängerzone dort schon aktuell. Der Grund war jedoch ein anderer: Es gab kaum Autos. Die Pflasterung hätte aber mit Sicherheit heutigen TÜV-Vorschriften nicht Genüge getan.

Weiter geht’s über den Markt und das Hotel Dreesmann, das auch aus der Vogelperspektive einen Eindruck aus längst vergangenen Tagen bietet, über den Domhof, wo historische Bauten dem Lesebedürfnis der Meppener Bürger weichen mussten, bis hin zur Gaststätte Up’n Bült, die zwar vor hundert Jahren auch nicht größer, aber mit für damalige Verhältnisse hochmodernen Möbeln glänzte.

Die Ems als Freibad

Und wer im Sommer vom Schullendamm aus in die Stadt fuhr, der konnte von dort fröhlich kreischende Kinder im Freibad beobachten – was man so Freibad nennt. Denn in den 50er/60er Jahren noch war das Freibad die Ems. Eine Rutsche führte direkt in den Fluss, und wer sich das Eintrittsgeld sparen wollten, schwamm einfach von der Esterfelder Seite aus hinüber und ließ seine Kleidungsstücke einfach dort liegen. Im Wasser brauchte man sie ja ohnehin nicht. (Weiterlesen: Hier geht es zum Bericht über den Wandkalender 2016)

Was man aber immer schon brauchte, war eine funktionierende Post. Das alte Postgebäude hat als nahezu einziges überlebt. Viele andere Häuser wichen Neubauten und Parkplätzen. Selbst die Gustav-Adolf-Kirche und das erst später hinzugekommene Kreiswehrersatzamt sorgten für weitreichende Umbaumaßnahmen im Bereich des damaligen Bahnhofsstraßenverlaufs.

Wer mit dem Herausgeber des Historischen Wandkalenders von Meppen in den Bus durch die alte Zeit steigen möchte, kann den Kalender für 9,80 Euro entweder bei ihm direkt unter 0173/5190080 telefonisch bestellen oder per E-Mail an: ansgar.deters@t-online.de anfordern.


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