23.11.2016, 20:12 Uhr

Virus in rohem Fleisch Hepatitis E: Entwarnung für das Emsland

Hepatitis E im Emsland: In Meppen, Papenburg und Lingen geben die Krankenhäuser Entwarnung. Experten raten vom Verzehr von rohem Fleisch ab. Foto: dpaHepatitis E im Emsland: In Meppen, Papenburg und Lingen geben die Krankenhäuser Entwarnung. Experten raten vom Verzehr von rohem Fleisch ab. Foto: dpa

Meppen. Mehreren Medienberichten zufolge gibt es in Niedersachsen einen Anstieg von Hepatitis E. Unsere Redaktion hat nachgehakt, wie die Situation unter anderem von den drei großen Krankenhäusern im Emsland eingeschätzt wird. Vom Verzehr von rohem Fleisch raten Experten ab.

Laut der Barmer Krankenkasse gibt es in Niedersachsen einen starken Anstieg von Hepatitis in Niedersachsen. Nach aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts wurden in diesem Jahr bereits 118 Erkrankungen in Niedersachsen gemeldet, vor zehn Jahren waren es lediglich drei Fälle. Auf Nachfrage beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) in Hannover teilte dieses mit, dass im Emsland im Jahr 2014 nur ein Fall gemeldet wurde. Im Jahr 2015 waren es neun und im Jahr 2016 bisher drei Fälle. Davor seien keine Fälle mitgeteilt geworden.

Kein Anstieg von Hepatitis E bekannt

Die drei großen Krankenhäuser im Emsland geben Entwarnung. Das Marien Hospital Papenburg Aschendorf teilte auf Anfrage mit, dass in den vergangenen Jahren keine Fälle von Hepatitis E vorgekommen sind. So sieht es auch die Hygienemanagerin des Bonifatius Hospital Lingen, Annette Werner: „Derzeit haben wir keine Patienten mit Hepatitis E. Einen Anstieg können wir nicht beobachten.“ Ähnliche Angaben machte auch das Krankenhaus Ludmillenstift in Meppen. „Wir haben bisher keinen Anstieg verzeichnen können“, sagte Wilhelm Wolken, Geschäftsführer des Krankenhauses. „Wir rechnen allerdings in Zukunft mit einer Zunahme der Viruserkrankung, sind aber darauf vorbereitet.“

Erhöhte Aufmerksamkeit bei Ärzten

Wie das NLGA weiter mitteilt, seien die Ursachen für die steigenden Hepatitis E-Fälle derzeit nicht genau bekannt. Es könnte aber damit zusammenhängen, dass die Aufmerksamkeit bei Ärzten bezüglich dieser Erkrankung gestiegen sei und dadurch vermehrt gezielte Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

Eine Infektion mit Hepatitis E verläuft in den meisten Fällen nur mit leichten Symptomen oder symptomfrei und wird von den Betroffenen häufig gar nicht bemerkt, sagt Holger Scharlach vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt in Hannover. Dies hat zur Folge, dass nur ein kleiner Teil der Infektionen in den Meldedaten erfasst wird. Eine wissenschaftliche Studie geht davon aus, dass ca. 17 Prozent der deutschen Bevölkerung eine Hepatitis E-Erkrankung durchgemacht haben. Einen schwereren Verlauf kann die Infektion bei immungeschwächten Personen nehmen.

Kein rohes Fleisch verzehren

Übertragen wird die Krankheit hauptsächlich durch den Verzehr von rohem Fleisch wie Leber und Gehacktes vom Schwein. Werden diese Lebensmittel allerdings durch Braten oder Kochen ausreichend erhitzt, wird das Virus zerstört und eine Infektion unwahrscheinlich. „Deshalb sollten Verbraucher, die das Risiko einer Infektion minimieren wollen, auf den Verzehr roher Fleischprodukte wie Mett und kurzgereifter Rohwürste verzichten. Diese Empfehlung gilt insbesondere für besonders empfindliche Personengruppen wie immungeschwächte Menschen und Schwangere“, so der Rat von Scharlach.


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