26.08.2016, 19:15 Uhr

Kunstschau ab 3. Dezember 2016 Hundertwasser-Ausstellung kommt nach Meppen

Aus den Reihen „Good Morning City“ sowie „Homo Humus“ stammen diese Werke von Friedensreich Hundertwasser, die auch in der künftigen Ausstellung in Meppen zu sehen sein werden. Von links: Ansgar Limbeck, Erster Stadtrat Bernhard Ostermann, Helmut Knurbein, Kerstin Rupin-Friedrichs und Martina Bökers, Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung. Foto: Tim GallandiAus den Reihen „Good Morning City“ sowie „Homo Humus“ stammen diese Werke von Friedensreich Hundertwasser, die auch in der künftigen Ausstellung in Meppen zu sehen sein werden. Von links: Ansgar Limbeck, Erster Stadtrat Bernhard Ostermann, Helmut Knurbein, Kerstin Rupin-Friedrichs und Martina Bökers, Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung. Foto: Tim Gallandi

Meppen. Sein Widerwille gegen gerade Linien, sein Hang zu spektakulären Aktionen und sein Engagement für Natur und Umwelt haben Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) berühmt gemacht. Eindrücke vom Leben und Werk des Kunst-Exzentrikers können sich die Besucher der Ausstellung „Hundertwasser in Meppen“ ab dem 3. Dezember 2016 verschaffen.

Wenn Hundertwasser kommt, muss die Politik weichen: Dieser Schluss liegt nahe, wenn man die Kulisse der geplanten Ausstellung betrachtet. Der Meppener Ratssaal in der Kirchstraße wird ab Anfang Dezember für knapp drei Monate Schauplatz einer Werkschau rund um den schillernden Österreicher sein. Rund 90 Grafiken, dazu Plakate, Zeichnungen, Fotos und Dokumentationen an Wänden und Stellwänden – da bleibt für Tische und Stühle der Ratsleute kein Platz mehr.

Ist aber kein Problem, meint Bürgermeister Helmut Knurbein: „Auch der Stadtrat nimmt es in Kauf, während der Zeit auf andere Sitzungsräume auszuweichen.“ Denn die „hochwertige Ausstellung“ sei es wert, und als die Galerie-F GmbH aus dem niederrheinischen Kranenburg mit der Idee an Meppen herantrat, „waren wir sofort Feuer und Flamme“.

Mehr als nur Bilder zeigen

Ziel der Werkschau sei es, mehr als nur Bilder zu zeigen, „mehr als Kunst zu transportieren“, sagt Ausstellungsorganisatorin Kerstin Rupin-Friedrichs. Es gelte, ein umfassendes Bild der Person Friedensreich Hundertwasser zu zeigen: als Architekt, Künstler und Umweltaktivist, mit seinen Werken und Aktionen, seinem Engagement und seinen Spleens. Die Präsentation des Hundertwasser-Hauses in Wien samt Plänen und Anweisungen seines Schöpfers gehört ebenso dazu wie persönliche Fotos und Zeitungsberichte, wie Entwürfe von Briefmarken und Nummernschildern. (Weiterlesen: Bremer Kunsthalle will Hundertwasser von Kitschverdacht befreien)

Herzstück soll jedoch laut Rupin-Friedrichs das grafische Werk sein, von den Anfängen 1953 bis zu Hundertwassers Tod 2000: „Es gibt circa 130 verschiedene Werke, davon werden 80 bis 90 Blätter in Meppen zu sehen sein.“ Wenngleich es sich um Drucke handele, „sind es alles Originale, teils Unikate“. Das liege unter anderem an den Farbvariationen der Grafiken. Als charakteristisch für Friedrich Stowasser, wie er bürgerlich hieß, gelten das Malen mit fluoreszierenden Farben, ein labyrinthischer Spiralstil sowie die Abneigung gegen gerade Linien, ähnlich wie bei Antoni Gaudí, einem seiner Vorbilder.

Magnetwirkung erhofft

Eine Hundertwasser-Ausstellung dieses Umfangs gab es nie zuvor im Emsland. Nicht zuletzt deshalb erhofft sich die Stadt Meppen, die die Schau zusammen mit ihrem Stadtmarketing WiM und in Kooperation mit der Galerie-F präsentiert, eine Magnetwirkung über die Region hinaus. „Wir fassen es auf als Bestandteil des Marketingkonzepts für Meppen“, sagt WiM-Geschäftsführer Ansgar Limbeck.

Der Zeitpunkt sei bewusst gewählt; Besucher des Weihnachtsmarkts könnten einen Abstecher zu Hundertwasser machen – und umgekehrt. „Wir würden uns freuen, wenn die Geschäftsleute mitzögen“, so Limbeck. Sie könnten Hundertwasser und sein Werk oder auch übergeordnete Themen wie Kunst oder Österreich in ihren Geschäften aufgreifen.

Öffentliche Führungen

Die Ausstellung wird vom 3. Dezember 2016 bis zum 27. Februar 2017 täglich im Ratssaal der Stadt Meppen geöffnet sein. Zudem werden öffentliche Führungen sowie Sonderführungen, auch für Schulklassen, angeboten. Wer Interesse an einer Beschäftigung als Kassenpersonal oder Ausstellungsführer hat, kann sich bei der Stadt Meppen oder der Galerie-F melden (Telefon 05931/153135 oder 02826/802367, E-Mail: hundertwasser@meppen.de und info@extramax.de). Auch die Gewerbetreibenden sind aufgerufen, das Motto „Hundertwasser“ zu leben. Interessierte können sich ebenfalls unter den aufgeführten Kontaktdaten melden.


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