09.06.2016, 18:01 Uhr

Neubauten nicht mehr benötigt Zu viele Unterkünfte für Flüchtlinge in Meppen

Eine neue Unterkunft für Flüchtlinge entsteht am Schillerring in Meppen. Foto: Hermann-Josef MammesEine neue Unterkunft für Flüchtlinge entsteht am Schillerring in Meppen. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Meppen hält wesentlich mehr Unterkünfte für Flüchtlinge vor, als vermutlich benötigt werden. Dabei könnte diese Vorsorgepolitik der Stadt teuer zu stehen kommen.

Wie Städtischer Direktor Matthias Wahmes in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend, Sport und Senioren sagte, nimmt die Zahl der Flüchtlinge drastisch ab. „Wir dachten bis Anfang des Jahres noch, dass wir in diesem Jahr 800 neue Flüchtlinge in Meppen aufnehmen müssen.“ Wenn sich die Tendenz der vergangenen fünf Monate fortsetzt, dürfte die Zahl jedoch weitaus niedriger liegen.

Wahmes zeichnete dem Ausschuss drei Szenarien vor: 92 (Szenario 1), 229 (Szenario 2) oder 344 neue Flüchtlinge (Szenario 3) in diesem Jahr für Meppen.

625 Flüchtlinge in städtischen Unterkünften

So habe die Stadt aktuell 625 Schutzsuchende untergebracht. Hierfür wurden 147 Wohnungen angemietet, in denen 559 Menschen leben. Nach Angaben von Wahmes mietet die Verwaltung seit März keine neuen Wohnungen mehr an. 44 Asylsuchende leben in dem ehemaligen Coma-Verwaltugnsgebäude und 15 im Hotel Meppen am Schlagbaum.

Angemietet hat die Stadt darüber hinaus das Obergeschoss des Hotels Hubertushof in Apeldorn und das Hotel Bergischer Hof in Hemsen. Eine weitere Option wäre der Getränkehandel Heidfeld in Nödike. Dabei sagte Wahmes auch, dass dieser selbst beim Szenario 3 nicht benötigt würde. Während die Hotels in Apeldorn und Hemsen bislang noch leer stehen, würden auch diese Optionen erst beim Szenario 3 greifen.

Vier Wohnhäuser nicht mehr benötigt

Im Bau befinden sich sechs Mehrfamilienfamilienhäuser für die Neubürger, davon baut die Stadt Meppen zwei und Investoren vier weitere. Alle sechs sind im Herbst fertig. Zusammen 84 Schutzsuchende können in den beiden städtischen Wohnblocks einziehen. Nicht mehr benötigt werden hingegen die anderen vier privaten Wohnhäuser.

Dabei versucht die Stadt jetzt im Gespräch mit den Investoren eine Lösung zu finden. Tatsächlich hat die Stadt für alle vier Objekte fünfjährige Mietverträge mit der Option auf weitere fünf Jahre unterzeichnet. Für die gewerblichen Objekte (u.a. Hotels) bestehen Mietverträge bis Ende 2019. In einer nicht öffentlichen Sitzung muss jetzt der Verwaltungsausschuss schnellstmöglich über das weitere Vorgehen beraten.


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