10.03.2016, 17:45 Uhr

Wie der Vater, so der Sohn 50 Jahre Friseur Mensing in Meppen


Meppen. Ein kleiner Friseurbetrieb, der seit 50 Jahren in der Hand einer Familie liegt – das ist eine Seltenheit. Familie Mensing aus Meppen hat das geschafft, sie hat seit 50 Jahren an der Hansastraße 4 ihren Salon.

Seine älteste Kundin ist fast 96 Jahre alt und lässt sich noch immer von Günter Mensing (79) die Haare machen. „Wenn etwas aufgedreht werden muss, bin ich da. Die älteren Kunden freuen sich immer, wenn ich reinkomme“, erzählt der Meppener und blickt seinen Sohn Ulf Mensing (49) an. Beide sind Friseur-Meister und arbeiten Seite an Seite in ihrem Betrieb.

65 Jahre Leidenschaft

Seit 65 Jahren gehört das Handwerk zu Günter Mensings Leben, zwar haben sich die Zeiten geändert, aber die Liebe zu seinem Beruf ist geblieben. Früher habe er stundenlang an Hochsteckfrisuren gearbeitet, er machte die Vorbereitungen, seine Frau Birgit (71), von Beruf Dekorateurin, steckte auf. „Wir haben immer alles zusammen gemacht“, sagt sie.

Zusammen erlebten sie auch die zahlreichen Meisterschaften, bei denen Günter Mensing antrat. Zum Beispiel die norddeutsche Meisterschaft 1958 in Braunschweig. Damals belegte er den ersten Platz, in einem anderen Jahr schaffte er es nicht ganz auf das Treppchen und wurde Vierter. „Das war schon ein Highlight damals“, erinnert er sich und berichtet: „ Der Beruf ist so kreativ, so schön, wenn ich könnte, würde ich mich wieder dafür entscheiden.“

Wie der Vater, so der Sohn

Diese Leidenschaft hat er an seinen Sohn Ulf Mensing weitergegeben. Er arbeitet seit 28 Jahren im Familienbetrieb, machte mit 24 Jahren seinen Meister und legt seitdem Schere und Kamm nur selten aus der Hand. Jedes Jahr informiert er sich über die neuesten Schnitte und Frisuren.

Dabei schmunzeln Vater und Sohn oft über Begrifflichkeiten, die sich ändern. Der klassische Männerschnitt hieß früher Fassonschnitt, heute bezeichnen viele dieses als so genannten Undercut. „Es hat sich viel geändert, früher wäre es undenkbar gewesen, die Kabinen zu öffnen. Die Nachbarin hätte dann ja gewusst, wenn man zum Friseur geht“, erzählt Günter Mensing und lacht.

Früher gab es Kabinen

Ein Friseur-Laden erinnerte in den 50er und 60er Jahren eher an eine alte Wahlkabine: geschlossene Kabinen mit Vorhängen. Und Handschuhe? Die habe es früher nicht gegeben. „Handarbeit eben“, meint Mensing-Senior. Ebenso war bei der Eröffnung des Salons vor 50 Jahren nur die Damenwelt willkommen. Eine Erweiterung für die Herren folgte 1970. „Das war damals so, die Zeiten waren einfach anders“, weiß er.

40 Auszubildende haben die Mensings mit den Jahren für ihren Traumberuf ausgebildet, drei davon haben mittlerweile ihren eigenen Laden. „Sie sind gute Chefs, die Mitarbeiter schätzen und mögen sie“, schwärmt Ulfs Schwester Nicole Mensing. Zu ihrem Jubiläum fertigten die Mitarbeiter einen Kranz für die beiden Männer, die nichts davon wussten. „Die Mitarbeiter haben sich so viel Mühe gegeben, ich war gerührt, als ich das gesehen habe.“


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