03.03.2016, 16:52 Uhr

Rosen-Aktion in Lingen Staatsschutz ermittelt: „Ring Nationaler Frauen Emsland“

Im Emsland hat sich die Gruppe „Ring Nationaler Frauen Emsland“, kurz RNF, gegründet. RNF ist eine Teilorganisation der umstrittenen NPD. Symbolfoto: dpaIm Emsland hat sich die Gruppe „Ring Nationaler Frauen Emsland“, kurz RNF, gegründet. RNF ist eine Teilorganisation der umstrittenen NPD. Symbolfoto: dpa

Lingen. Die Bürgerwehr in Aschendorf verbreitet zumindest öffentlich keine fremdenfeindlichen Hetzparolen mehr und auch um Gruppe „Nationaler Widerstand Spelle“ ist es ruhig geworden. Jetzt gibt es eine andere Gruppe. Der „Ring Nationaler Frauen Emsland“, kurz RNF, ist zwar keine Bürgerwehr, aber eine Teilorganisation der umstrittenen NPD.

„Am gestrigen Tag konnte eine neue Region des Rings Nationaler Frauen im niedersächsischen Emsland gegründet werden“, heißt es auf der Internetseite des RNF Deutschland. Der Eintrag ist vom 12. Februar 2016.

Rosen in der Lookentor-Passage

Mehr als 1000 Info-Flyer wurden in Haselünne an Haushalte verteilt und anlässlich zu Valentinstag fand bereits die erste Aktion statt. In der Lookentor-Passage, heißt es bei Facebook, wurden anlässlich des Valentinstags rund 300 Rosen an Frauen verteilt. Außerdem wurde Werbung für die Gruppe gemacht, eine Erhöhung des Kindergelds gefordert und über Flüchtlingspolitik gesprochen. Ob Blumen nur in der Lookentor-Passage verteilt wurden oder auch im benachbarten Lookentor? „Nein“, sagt Lookentor-Manager Andreas Bartelt. „Hier gab es nie eine Veranstaltung, bei der diese Gruppe Rosen in der Passage verteilt hat.“

„(...)die Gruppe dem Staatsschutz bekannt“

Er bestätigt, dass Rosen in der Lingener Passage verteilt wurden. Aber nicht am 13. Februar, einen Tag vor Valentinstag, sondern eine Woche später: Die Stadt Lingen schenkte Passanten Blumen, und zwar besondere. Anlässlich des einjährigen Geburtstags der Stadt Lingen als Fairtrade-Stadt gab es fair gehandelte Rosen für die Lingener im Lookentor.

Bartelt betont, dass solche Aktionen zuvor angemeldet und vor allem genehmigt werden müssen. „Aktionen mit politischem Hintergrund gibt es bei uns nicht. Wir distanzieren uns von dieser Frauen-Gruppe.“

Die Gruppe ist auch der Polizei im Emsland bekannt. Achim van Remmerden, Pressesprecher der Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim, bestätigt, dass Blumen in Lingen verteilt wurde und betont: „Die Gruppe ist dem Staatsschutz bekannt.“ Auf Nachfrage unserer Redaktion sagt Jutta Spiegelberg von der Polizei Niedersachsen: „Die NPD hatte bereits in einem Youtube-Video die Gründung der Organisation angekündigt.“ (Weiterlesen: Pistorius listet fünf Bürgerwehren in der Region)

Frauen der rechtsextremen NPD

Die erste RNF-Gruppierung wurde 2006 in Sachsen-Anhalt gegründet und ist eine Unterorganisation für Frauen der rechtsextremen NPD. (Weiterlesen: Bundesverfassungsgericht verhandelt über NPD-Verbot) Weitere Untergruppen der NPD sind die Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) und die Studentengruppe Nationaler Hochschulbund (NHB). Laut Verfassungsschutz sieht der RNF sich als Sprachrohr und Ansprechpartner für, wie sie sich selbst nennen, „nationale Frauen“, unabhängig von einer NPD-Mitgliedschaft, heißt es auf der Internetseite der Amadeu-Antonio-Stiftung . Die Initiative für Zivilgesellschaft und demokratische Kultur warnt vor dieser Gruppe, rechtsextreme Frauen sollen durch den RNF stärker in die politische Arbeit einbezogen werden.


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