01.03.2016, 10:30 Uhr

Mit kiloweise Drogen gehandelt Hohe Haftstrafen für Rauschgiftbande aus dem Emsland

Symbolfoto: Boris Roessler/dpaSymbolfoto: Boris Roessler/dpa

Osnabrück. Mit hohen Haftstrafen von sechs Jahren zehn Monaten und sechs Jahren für die beiden Hauptangeklagten endete der Prozess gegen eine Bande von Rauschgifthändlern vor dem Landgericht Osnabrück.

Ein 39-Jähriger aus Papenburg und ein 44-Jähriger aus Meppen sowie drei weitere Männer hatten zugegeben, von Ende 2014 bis zum Frühjahr des folgenden Jahres größere Mengen Marihuana, Heroin sowie synthetische Drogen aus den Niederlanden eingeführt und an Großabnehmer weiterverkauft zu haben.

Um ihre eigene Betäubungsmittelabhängigkeit zu finanzieren, hatten sich die beiden Hauptangeklagten mit einem 49-Jährigen und einem 34-Jährigen, beide aus Meppen, sowie einem 56-jährigen Mann aus Haren Anfang Dezember 2014 zu einer Bande zusammengetan. Die Verantwortlichkeiten waren untereinander streng geregelt worden.

Erdrückende Beweislast

Während die beiden Drahtzieher den telefonischen Kontakt zu den Dealern und den späteren Abnehmern hielten oder auch bei einzelnen Beschaffungsfahrten über die Grenze als Voraustrupp agierten, war der 49-Jährige mit Kurierfahrten betraut, der 56-Jährige mit der Bereitstellung des Lagerraums für die „heiße Ware“ und der 34-Jährige für die Aufbewahrung der erheblichen Geldmengen.

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Im Verlauf eines Vierteljahrs sind von den Angeklagten rund zehn Kilogramm Marihuana, 700 Gramm Heroin sowie Amphetamine und Ecstasy-Pillen an Großabnehmer im gesamten Bundesgebiet abgegeben worden. Allein an einen Abnehmer in Bayern gingen mehrere Hundert Gramm Heroin, die der 49-Jährige persönlich mit dem Auto bis an die Tür gebracht hatte. Die Aktivitäten der Bande waren längere Zeit von den Ermittlungsbehörden beobachtet und dokumentiert worden. Dem Gericht lagen 37 CDs mit Telefonprotokollen vor, die aber wegen der Geständnisse der Angeklagten im Verfahren nicht gehört werden mussten.

Deal mit der Staatsanwaltschaft

Von den ursprünglich acht Tatvorwürfen blieben nach einer Verständigung zwischen den Prozessbeteiligten, dem sogenannten Deal, am Ende vier aufrechterhalten. Zu diesen Taten haben die Angeklagten im Laufe des Anfang November begonnenen Verfahrens ausführliche Angaben gemacht. Somit konnte der Vorwurf des bandenmäßigen Vorgehens aufrechterhalten werden, der sich strafverschärfend auswirkte.

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Die 15. Große Strafkammer konnte jetzt früher als erwartet einen Schlussstrich ziehen. Für die beiden Hauptangeklagten ordnete sie zusätzlich zu den hohen Haftstrafen deren Unterbringung in Therapieeinrichtungen an, da beide drogenabhängig sind. Ihr 49-jähriger Mitangeklagter aus Meppen erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten und der 56-Jährige aus Haren muss für zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Einzig der 34-Jährige, ebenfalls aus Meppen stammende Angeklagte wurde zu einer Strafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt, die das Gericht wegen seiner bisherigen Unbescholtenheit und des geringen Tatbeitrages zur Bewährung aussetzte.


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