17.02.2016, 10:59 Uhr

Vom Hausgeld abgezwackt Meppener Häftlinge spenden für Flüchtlingsarbeit

Von allen Seiten gab es viel Lob für die Spendenaktion der JVA-Insassen, deren Sprecher im Rahmen einer kleinen Feierstunde das Geld übergab. Foto: Gerd MecklenborgVon allen Seiten gab es viel Lob für die Spendenaktion der JVA-Insassen, deren Sprecher im Rahmen einer kleinen Feierstunde das Geld übergab. Foto: Gerd Mecklenborg

gm Meppen. Unter dem Motto „Wir können auch anders - Lasst uns helfen“ haben Insassen der Justizvollzugsanstalt Meppen 140 Euro für die Flüchtlingsarbeit des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) gesammelt.

Das Geld haben sie jetzt in der JVA in Versen an eine Delegation des SKM-Emsland-Mitte überreicht. Die Spende hatten die Inhaftierten von ihrem Überbrückungs- und Hausgeld „abgezwackt“. Auch die Insassen der JVA beschäftigen sich mit der Flüchtlinsproblematik. „Wir wissen vom Leid der Kinder und was sie auf ihrer Flucht alles durchmachen mussten“, sagt Mehmet, Sprecher der Interessenvertretung der Gefangenen (IVG), „da wollten wir einfach helfen, soweit es uns möglich ist“.

Die Vertreter des SKM, der stellvertretende Leiter der JVA , Hubert Fielers, und JVA-Seelsorger Heinz-Bernd Wolters rechneten den Gefangenen und der IVG „euer Engagement hoch an, ihr versteht euch als Bürger dieses Landes, die sich für soziale Einrichtungen einsetzen wollen“. Die Summe von 140 Euro, die der IVG bei etwa 30 Inhaftierten gesammelt habe, sei bei dem geringen Gehalt der Gefangenen „ein schon sehr beachtlicher Betrag“, erläuterten Wolters, Fielers und der Kontaktbeamte der IVG, Carlo Niemann.

„Dass wir die Spende dem SKM überreichen, liegt auf der Hand“, sagte IVG-Sprecher Mehmet bei der Geldübergabe, denn seit Bestehen des SKM-Emsland Mitte e.V. gehöre die Straffälligenhilfe zur rein ehrenamtlich geleisteten sozialen Arbeit, die direkt in der JVA Meppen geleistet werde.

So finden monatliche Gruppenabende statt, Konzerte, Spiel- und Informationsabende werden veranstaltet und Ausgangsbegleitungen durchgeführt. Für „diese tolle Kooperation“ bedankten sich die Inhaftierten im Rahmen der kleinen Feierstunde besonders bei dem SKM-Team um Hermann Abeln.

Über die umfangreiche Flüchtlingsarbeit des SKM unterrichtete Geschäftsführer Arnold Esters die anwesenden JVA-Insassen anhand einer Multimediaprojektion.


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