17.01.2016, 12:05 Uhr

Analyse macht Probleme deutlich „Inklusive Stadt“ - Meppen auf gutem Weg

Stellten die Ergebnisse der Ist-Analyse vor: (v. l.) Ausschussvorsitzender Arno Fillies, Walter Teckert, Beauftragter für Menschen mit Behinderungen, Fachbereichsleiter Christian Golkowski und Bürgermeister Helmut Knurbein. Foto: Stadt MeppenStellten die Ergebnisse der Ist-Analyse vor: (v. l.) Ausschussvorsitzender Arno Fillies, Walter Teckert, Beauftragter für Menschen mit Behinderungen, Fachbereichsleiter Christian Golkowski und Bürgermeister Helmut Knurbein. Foto: Stadt Meppen

Meppen. „Meppen auf dem Weg zur inklusiven Stadt“, so lautet der Titel der Ist-Analyse, die dem Ausschuss für Soziales, Jugend, Sport und Senioren vorgestellt wurde. Viele Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, trotzdem sind noch viele Schritte zu gehen, hieß es.

Fachbereichsleiter Christian Golkowski sagte in der Sitzung: „Ausgangspunkt ist die UN-Behindertenrechtskonvention. Damit hat sich Deutschland verpflichtet, in allen seinen Institutionen Voraussetzungen für eine inklusive Gesellschaft zu schaffen.“ Demnach seien auch die Kommunen gefordert, die Bestimmungen der Behindertenrechtskonvention in die Praxis umzusetzen.

Da die Kommunen den Prozess steuern sollten, haben sich die Verantwortlichen im Stadthaus bereits vor einigen Monaten darauf verständigt, zunächst den aktuellen Stand aufzunehmen. Dieser liege mit der Ist-Analyse nunmehr vor.

Bushaltestellen müssen bis 2022 barrierefrei sein

Die 118 Seiten umfassende Analyse spricht im ersten Teil die kommunalen Themenbereiche, die von den einzelnen Fachbereichen der Stadt Meppen erarbeitet wurden, an. Dabei spielte überall Thema Barrierefreiheit eine große Rolle. Vom Fachbereich Ordnung wurde beispielsweise aufgeführt, dass der Bahnhof und auch zahlreiche Bushaltestellen in den vergangenen Jahren barrierefrei umgebaut wurden. Da die Barrierefreiheit ab dem Jahre 2022 an allen Bushaltestellen gesetzlich vorgeschrieben ist, besteht hier weiterer Handlungsbedarf. Dass in Meppen in der Vergangenheit nicht nur die baulichen Voraussetzungen im Fokus standen, zeigten unter anderem die zahlreichen Umsetzungen im Sportbereich sowie in der Jugendarbeit.

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„Um eine möglichst aussagekräftige Bestandsaufnahme vorstellen zu können, haben wir Anfang 2015 mehr als 240 Vereine, soziale Einrichtungen, Organisationen, Unternehmen und Behörden angeschrieben“, berichtete Golkowski. Dass sich mehr als 110 Institutionen beteiligt haben, sei „auch ein Beleg für das große Engagement und Interesse vieler Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt“.

Jakob-Muth-Schule Vorreiter

Mit Blick auf die Umfrage nannte Golkowski als gute Beispiele im baulichen Bereich die Jakob-Muth-Schule . Das Gebäude in Nödike ist barrierefrei, die Infosysteme sind leicht verständlich und es sind elektronische Kommunikationshilfen vorhanden. Im Bereich des Sports verwies er unter anderem auf die Inklusionsmannschaft der Sportfreunde Schwefingen und eine Kooperation des Wassersportvereins mit der Helen-Keller-Schule. Die Propsteigemeinde habe bereits 2013 einen Gesprächskreis Inklusion gebildet, der zwischenzeitlich einen Leitfaden mit zahlreichen Handlungsempfehlungen erarbeitet hat.

Zum Abschluss des Vortrages wurde deutlich, dass sich in der Kreisstadt viele Bürger für eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen einsetzen. Auch wenn bereits viel getan wurde, sind noch viele Schritte zu gehen. Dies betrifft nicht nur Baumaßnahmen, sondern erfordert auch ein Umdenken in den Köpfen. „Nur wenn diese Barrieren verschwinden, kann echte Inklusion entstehen. Das heißt, dass alle Menschen egal welchen Alters, welcher sexueller Orientierung, welcher Hautfarbe oder welcher Herkunft gleichberechtigt behandelt werden“, sagte Golkowski.

Lob von Walter Teckert

Abschließend dankte Golkowski allen Vereinen und Institutionen, die sich an der Umfrage beteiligt haben. Gleichzeitig würdigte er auch die Arbeit von Anita Becker vom Verein Lotse, Michael Korden vom St.-Vitus-Werk und dem Beauftragten für Menschen mit Behinderungen, Walter Teckert , die bei der Erarbeitung der Ist-Analyse mitgewirkt haben.

Ratsherr Teckert machte deutlich, dass „Meppen eine Vorreiterrolle in Niedersachsen einnimmt“ und verwies dabei auf zahlreichen Maßnahmen, unter anderem auf den barrierefreien Bahnhof sowie auf die zahlreichen Ampelanlagen, die über Akustiksignale verfügen. Auch im Sport werde mit dem Projekt InduS Inklusion vorangetrieben. „Da Inklusion alle Lebensbereiche betrifft, wird die Umsetzung sicherlich ein oder sogar zwei Generationen dauern“, so Teckert, der ebenso wie die Vertreter der anderen Fraktionen der Verwaltung für die aufwendige Arbeit und die aussagekräftige Analyse dankte.

Experten sehr angetan

Zum Abschluss wies Teckert darauf hin, dass er die Ist-Analyse bereits vor einigen Wochen der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra, die gleichzeitig Leiterin der Fachkommission Inklusion ist, übersandt habe. Die Expertin aus Hannover habe sich sowohl von dem Schriftwerk als auch von den Umsetzungen sehr angetan gezeigt.


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