18.11.2014, 18:00 Uhr

Anwohner sehr unzufrieden Streitigkeiten im Meppener Seniorenpark


Meppen. Der Seniorenpark „Am Heideweg“ in Meppen beherrschte vor Jahren bundesweit als großes Zukunftsprojekt die Medien. Inzwischen rumort es ganz gewaltig hinter den Kulissen. Es gibt Auseinandersetzungen sowohl der 34 Hausbesitzer untereinander als auch zwischen den Senioren und dem Gründer des Seniorenparks Josef Wulf.

Am Montagabend nutzte Jürgen Tenbusch die Einwohnerfragestunde des Meppener Sozialausschusses, um seinem Ärger Luft zu verschaffen. Seine Eltern Marliese und Johannes Tenbusch erwarben als eine der Ersten in der Siedlung 2009 für insgesamt 180000 Euro einen Bungalow (95 Quadratmeter). In ihrem Namen beklagte Jürgen Tenbusch, dass Architekt Wulf seine Versprechungen nicht eingehalten hätte. So sollten die Häuser mit Notrufsystemen ausgestattet und eine 24-stündige Betreuung über eine Betreuungsstation vorgehalten werden. Weiter waren ein Gemeinschaftshaus und ein Kiosk geplant. Zudem monierte Tenbusch, dass auch die Regenwasserversickerung völlig unzulänglich sei. Tenbusch wörtlich: „Wir schwimmen weg.“

Er selbst liegt mit Josef Wulf seit Jahren vor Gericht, da er die letzte Rate von rund 15000 Euro nicht zahlen will. Tenbusch moniert eine schlechte Heizungsanlage ebenso wie einen unzureichenden Sickerungsschacht. Ein Gutachten habe gerade die großen Mängel an der Entwässerungsanlage nachgewiesen.

Wulf wies auf Anfrage der Redaktion die Vorwürfe zurück. Ein vom Gericht beauftragter Gutachter habe sogar festgestellt, dass es im Haus Tenbusch keine Mängel gibt. Er bestätigte, dass er „für 500000 Euro einen Betreuungsstützpunkt vor zwei Jahren auf eigene Kosten gebaut hat“, dieser aber leer stehe. Es sei jedoch an den Senioren, die laufenden Miet- und Unterhaltungskosten für die Räumlichkeiten zu zahlen. Er selbst sei anfangs in Vorleistung getreten und habe eine Kümmerin aus seinem Budget für 20000 Euro bezahlt. „Die Bewohner haben sie jedoch herausgeekelt und wollten auf eigene Kosten keine neue einstellen“, sagte Wulf unserer Redaktion. Nach seiner Einschätzung sind die 34 Hausbesitzer inzwischen auch „untereinander spinnefeind“. Mögliche Probleme mit dem Oberflächenwasser wies Wulf zurück. Vielmehr hätten Bewohner Gräben zugeschüttet und darauf Bäume gepflanzt.

Anwohner Paul Fengels bestätigte: „Wir haben interne Probleme.“ Man sei dabei, wieder „Ruhe und Ordnung zu schaffen“, und habe einen vierköpfigen Vertrauensausschuss gewählt, dem er angehöre. Man werde einen neuen Verwalter einstellen, um „restliche bauliche Probleme zu beheben“. Er selbst fühlt „sich wohl im Seniorenpark“. Unterdessen sagte Franz Holtgreve von der Meppener Seniorenvereinigung: „Wir haben mehrfach versucht zu vermitteln, allerdings ohne Erfolg. Die Sache ist total verfahren“. Justiziar Matthias Wahmes von der Stadtverwaltung sprach von „50 Vermittlungsgesprächen“. Auch er bestätigte „laufende betriebliche Probleme“.

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