05.09.2014, 13:18 Uhr

„Mundraub“ preiswürdig Hasetalverband für Tourismus-Oscar nominiert

Für sein Mundraub-Programm wurde der Tourismusverband Hasetal für den Deutschen Tourismuspreis nominiert. Überall entlang der Radwanderrouten hat er Obstbäume gepflanzt, die über „Mundraub-Bänke“ leicht zugänglich sind. Torusisten dürfen sich bedienen, wie hier Annette Morthorst, Vorsteher Wener Schräer und Geschäftsührer Wilhlem koormann vorführen. Foto: Martin SchmitzFür sein Mundraub-Programm wurde der Tourismusverband Hasetal für den Deutschen Tourismuspreis nominiert. Überall entlang der Radwanderrouten hat er Obstbäume gepflanzt, die über „Mundraub-Bänke“ leicht zugänglich sind. Torusisten dürfen sich bedienen, wie hier Annette Morthorst, Vorsteher Wener Schräer und Geschäftsührer Wilhlem koormann vorführen. Foto: Martin Schmitz

Haselünne. „Mundraub“ ist an den Obstbäumen entlang des Hasetal-Radwanderweges erlaubt und sogar erwünscht. Für sein Mundraub-Programm wurde der Zweckverband Erholungsgebiet Hasetal für den angesehen Deutschen Tourismupreis nominiert.

Dass ihr Verband es in Konkurrenz zu Reiseveranstaltern wie TUI, großen Hotelketten und Landesverbänden bis unter die letzten sieben geschafft hat, erfüllt die „Hasetaler“ mit Stolz. Dafür sei das Programm ja auch“ langsam gereift, wie Obst“ scherzt Geschäftsführer Wilhelm Koormann, als er zusammen mit Vorsteher Werner Schräer und Mitarbeiterin Annette Morthorst das Programm vorstellt. Angefangen habe es vor 17 Jahren mit der Idee, Radwanderwege mit Obstbäumen zu kennzeichnen, berichtet Koormann. Initiator sei der emsländische Unternehmer Friedrich Berentzen gewesen.

Als dann aus Berlin die Mundraub-Idee aufkam, ein Netzwerk zur Rettung alter Obstbäume in der Kulturlandschaft, nahm der Tourismusverband einen neuen Anlauf und machte das Hasetal zur ersten Mundraub-Region Deutschlands. Mittlerweile wachsen 2000 Obstbäume entlang des Hasetalradwegs, der von der Quelle im Raum Melle bis zur Mündung in Meppen führt. Rote Mundraub-Bänke mit Stiegen erleichtern das Pflücken.

Aus den Früchten werden Säfte gepresst und Konfitüren gekocht, die Hoteliers ihren Gästen auf den Frühstückstisch stellen. Die Teilnehmer der Mundraub-Radtouren entscheiden beim Buchen, ob sie das Programm mit einem Cent pro Tourkilometer sponsern. Sie können sich den Obstbaumschnitt beibringen lassen. Und Ende September gibt es Sternfahrten zum Apfelfest auf einem Obsthof nahe Quakenbrück.

Auch die Einheimischen haben etwas davon: Schulen, Kindergärten und Vereine übernehmen Baumpatenschaften, pflegen die Bäume und nehmen an der Ernte teil. In Haselünne gibt es sogar eine „Ratsallee“, um die sich Mitglieder des Stadtrates kümmern. Kinder seien mit Begeisterung dabei, berichtet Schräer. Die traditionellen Obstbaumwiesen sind rar geworden, das Mundraub-Programm füllt eine Lücke.

Das Mundraub-Programm wirkt ökologisch und nachhaltig, sind Koormann, Schräer und Morthorst überzeugt. Es verlängert die touristische Saison und stärkt mit seinen vielen Facetten die regionale Wertschöpfung. Deshalb haben sie sich damit um den Deutschen Tourismuspreis beworben, eine der wichtigsten Auszeichnungen der Branche, den der Deutsche Tourismusverband DTV am 23. Oktober in Freiburg vergibt. Koormann ist optimistisch. Wenn es nicht für einen der drei Preise reichen sollte, gibt es ja noch den Sonderpreis. Der wäre eine besondere Würdigung für die ökologische Nachhaltigkeit des Programms.

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