30.07.2014, 19:20 Uhr

16-Jähriger schildert seine Handysuche Teich ins Klo: „Hätte doch fast geklappt“


Meppen. Nach seiner skurrilen Handysuche, bei der ein 16-Jähriger einen ganzen See in eine Toilette abpumpen wollte, hat er sich selbst zu Wort gemeldet und seine Aktion geschildert. „Hätte doch fast geklappt“, meinte er.

Der 16-Jährige aus Klein Hesepe hatte sein Handy in einem Angelteich verloren und war daraufhin mit Pumpen angerückt. „Ich dachte, die zwei Pumpen würden es schaffen, das Teichwaser größtenteils abzupumpen. Jedenfalls soweit, dass ich mit meinen Händen nach meinem Handy suchen könnte“, erzählte der Jugendliche im Gespräch mit unserer Zeitung. An dem See bei Meppen-Rühle treffe er sich öfter mal mit seinen Freunden. So auch an dem Tag, als sein Samsung-Handy in den Angelteich fiel. „Wir wollten kleine Köderfische angeln, um anschließend einen großen Hecht aus der Ems zu ziehen. Beim Reinziehen der Angelschnur ist mir das Handy dann aus der Brusttasche gefallen“, sagte er.

„Auf der Speicher- und Simkarte sind alle Nummern von meinen Freunden drauf und Bilder sowie Videos, die mir einfach sehr viel bedeuten. Ich wusste, dass das Handy hinüber sein muss, aber ich wollte an meine Daten noch kommen“, erklärte der Junge seine Sorge. Doch alles Keschern und Harken nutzte nichts, das Handy blieb versunken. Auch eine Anfrage über Facebook beim Angelverein „Catch & Kill“ blieb erfolglos. Allerdings hätte er nie angedeutet, dass ein Taucher kommen solle, so der 16-Jährige. Immerhin bekam er vom Pächter, Hans-Hermann Kremer, die Erlaubnis, auf dem Gelände nach seinem Handy zu suchen.

230-Volt-Pumpen waren schon 24 Stunden in Betrieb

Da der Junge zu Hause öfters mit dem Abpumpen und Reinigen des eigenen Gartenteiches von seiner Mutter beauftragt wird, kam ihm die skurrile Idee, mit zwei Pumpen das Gewässer abzuleiten. „Ich dachte, die Toilette wäre an die Abwasserleitung angekoppelt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass darunter nur ein 1000-Liter-Fass ist und habe auch gar nicht bemerkt, dass das Wasser hinter dem Toilettenhäuschen wieder ausströmt“, sagte der Klein Heseper.

Die zwei 230-Volt-Pumpen liefen bereits über 24 Stunden, als Kremer vom Angelverein das ganze Ausmaß der Tat zu Gesicht bekam. „Die ganzen Fäkalien aus der Toilette waren über das Gelände ausgeströmt, und alles war verwüstet“, erzählte Kremer. Der Junge hingegen war von seiner Aktion überzeugt: „Es waren ja schon mindestens 20 Zentimeter abgepumpt, und die Pumpen hätten in den nächsten Tagen noch mehr geschafft, somit hätte ich an das Handy auf alle Fälle drankommen können. Aber als Herr Kremer auftauchte musste ich ja die Pumpen abstellen.“

Medienhype und Strafanzeige

Mittlerweile reißen sich die Medienanstalten um die Geschichte und den Jungen selbst: „Es ruft ständig ein Fernsehteam oder eine Zeitung an. Sei es ZDF, Sat.1, NDR, jeder interessiert sich anscheinend für meine Aktion und mich haben schon über 300 User bei Facebook angeschrieben. Auf der Straße kann ich mich gar nicht mehr blicken lassen, weil alle mich fragen, ob ich der Junge wäre.“

Zur Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch, Vandalismus, Energiediebstahl, Sachbeschädigung und Angeln ohne Angelschein sagte er nur: „Ich habe auf dem Gelände nichts kaputt gemacht oder Sachen rumgeschmissen. Ich habe lediglich den Strom benutzt, um die Pumpen laufen zu lassen. Die Erlaubnis, auf das Gelände zu gehen hatte ich ja vorher von Herrn Kremer.“

Ein Kollege habe ihm bereits ein neues Handy zu Verfügung gestellt. „Ein paar der alten Nummern habe ich schon wiederbekommen, aber die Bilder und Videos sind mit dem Samsung-Handy wahrscheinlich für immer abgetaucht.“


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