16.06.2011, 14:54 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Zulieferer für Edelkarossen Meppen: Bergmann erweitert für rund vier Millionen

Auch die Fahrschemel für den Porsche Panamera werden bei Bergmann Maschinenbau in Meppen-Hüntel produziert. Foto: Hermann-Josef MammesAuch die Fahrschemel für den Porsche Panamera werden bei Bergmann Maschinenbau in Meppen-Hüntel produziert. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Wer weiß schon, dass in Edelkarossen der Marken Porsche, Mercedes oder Audi häufig „tragende Teile“ des Meppener Unternehmens „Bergmann Maschinenbau“ stecken? Damit das in Zukunft so bleibt, will der Betrieb für rund vier Millionen Euro erweitern.

Geschäftsführer Hans-Hermann Bergmann verriet der Meppener CDU-Stadtratsfraktion bei einem Besuch weitere Details. So hat der Betrieb in unmittelbarer Nähe zum Firmensitz in Meppen-Hüntel ein 26000 Quadratmeter großes Areal erworben. Auf dem Gelände entsteht in einem ersten Bauabschnitt eine 3500 Quadratmeter große Fertigungshalle für die Bereiche Schweißen, Blechbearbeitung und Bauteilebeschichtung. Der Gebäudekomplex könne in den Folgejahren in mehreren Stufen erweitert werden. „Wir wollen im Januar 2012 umziehen und im März dort mit der Produktion starten“, ergänzte Bergmann.

Insgesamt arbeiten in Meppen im Dreischichtbetrieb 196 Beschäftigte. Die Firma wurde 1960 von Hermann Bergmann gegründet. Seit dem Jahr 2000 betreibt Bergmann zusätzlich eine Gießerei mit 240 Beschäftigten in Barsinghausen. Hier werden im Jahr 14 bis 15 Millionen Zylinderlaufbuchsen für VW und weitere Automobilkonzerne hergestellt.

Am Stammsitz in Meppen werden hingegen die unterschiedlichsten Bauteile für Automobile wie Volkswagen und Toyota produziert. Bergmann-Komponenten wie Radträger oder Schwenklager finden sich im VW T5 ebenso wie im Porsche Cayenne. Dabei ist Bergmann besonders stolz, dass sein Unternehmen von Volkswagen den A-Lieferanten-Status erhalten hat: „Es ist heutzutage nämlich fast unmöglich, als Neueinsteiger von den großen Automobilkonzernen Aufträge zu erhalten.“ Deshalb habe er 2009 auch kurzfristig alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen Großauftrag von Toyota mit der Produktion von Achsenbauteilen an Land zu ziehen. Dieser Großauftrag sei letztendlich auch der Auslöser für die Erweiterungspläne gewesen.

Das zweite große Standbein der Bergmann-Gruppe bleibt der Bau von Muldenkippern – den sogenannten Kompaktdumpern – und Geräteträgern. So werden Dumper mit Nutzlasten von 1,6 bis 12 Tonnen für fast alle Bereiche vom Straßenbau bis zum Schieneneinsatz gefertigt.

Bergmann, der auch in der Wirtschaftskrise 2009 weder Mitarbeiter entließ noch auf Kurzarbeit setzte, sagte den CDU-Politikern: „Der Markt zieht wieder kräftig an.“ Dies gelte auch für die Produktion und Vermietung der Bergmann-Dumper. Im Namen der CDU-Stadtratsfraktion bescheinigte Vorsitzender Karl-Heinz Tallen dem Betrieb, eine „echte Erfolgsgeschichte“ zu schreiben.


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