29.11.2010, 13:41 Uhr zuletzt aktualisiert vor

„Anfangs eine Spinnerei“ Heimspiel in der Koppelschleuse für drei Keramikerinnen des Kunstkreises

Am Rande der Vernissage: Marita Stoschek, Margret Bömeke und Karin Wilken.Am Rande der Vernissage: Marita Stoschek, Margret Bömeke und Karin Wilken.

Meppen. In der Ausstellungsreihe „Kunst aus der Region Osnabrück-Emsland“ ist im Kunstzentrum Koppelschleuse des Meppener Kunstkreises bis zum 30. Januar eine Ausstellung mit Keramiken dreier Künstlerinnen aus dem eigenen Hause zu sehen: Margret Bömeke, Karin Wilken und Marita Stoschek.

Dietmar Hasse, Vorsitzender des Meppener Kunstkreises, betonte bei der Vernissage, man breche mit dieser Ausstellung mit der Tradition der schon viele Jahre existierenden Serie, da man erstmals nicht „einen Maler für die Wände und einen Keramiker oder Bildhauer für den Raum“ geholt habe. Vielleicht gut so, denn die Keramikausstellung hat etwas ganz Besonderes und wird viele Besucher anlocken, allein auch schon deshalb, weil die drei Künstlerinnen ihre Heimat im Emsland und in der Kreisstadt haben. Bildähnliche Keramiken an den Wänden sowie Fotos von den Arbeitsabläufen beim Raku-Brand geben der Ausstellung eine besondere Note.

Den Titel der Ausstellung „180 Grad“ deutete Hasse so: „Schaut man sich das Plakat näher an, dann fallen einem Zahlen auf, Jahreszahlen 1940 – 1950 – 1960 – und 2010. Und wenn man die drei Differenzen bildet und dann die drei Zahlen addiert, kommt man auf 180 Grad. Das addierte Alter der Künstlerinnen ergibt 180 Grad.“ Wer nun wie alt sei, das verschwieg Hasse dezent.

Die drei Damen sind langjährige Mitglieder des Meppener Kunstkreises und der Arbeitsgruppe für Keramik. Sie sind Autodidaktinnen, haben sich aber bei vielen Keramikern und Keramikerinnen ausbilden lassen und haben es zu einer großen Fertigkeit gebracht.

Die drei Künstlerinnen haben sich – ausgehend von der normalen Keramik zunehmend dem schwierigen Gebiet des Rakubrandes zugewandt. Die Ausstellung zeigt vorwiegend Werke in dieser Technik.

Aus Leidenschaft

Margret Bömeke ist in Wesuwe geboren und seit mehr als 30 Jahren „Keramikerin aus Leidenschaft“. Sie bearbeitet ihre Objekte in der Aufbautechnik – überwiegend aus grob schamottiertem roten oder weißen Ton. Schwerpunkte sind Gefäß-, Doppelwand- und Stufenobjekte. Die Formen beherrschen Klarheit und Einfachheit. 1987 erhielt Bömeke den 1. Preis beim Keramikwettbewerb der UNICEF und 2002 den zweiten Preis beim Keramikwettbewerb der Stadt Wernigerode.

Karin Wilken ist in Meppen geboren und hat sich 1982 der Keramik zugewandt. Sie liebt die strengen Formen mit geometrischen Ornamenten. Wilken ist begeistert von der Ausstellung. „Sie ermöglichte mir, im Vorfeld neue Formen auszuprobieren“, sagt die Autodidaktin. „Mein Ziel ist es, die schönsten Charaktere des Materials herauszuarbeiten.“ Sie ist wie auch Bömeke und Stoschek begeistert, dass „eine bis zum letzten Jahr als Spinnerei aufgefasste Idee ‚Ausstellung‘ Realität“ wurde. „Aus der Träumerei wurde plötzlich bitterer Ernst und auch schon mal Stress, vor allem in der letzten Woche vor der Ausstellung“, gibt Stoschek ehrlich zu. Mit der Bitte des Kunstkreises, „gemeinsam auszustellen“, habe man nie gerechnet. Umso schöner sei es dann gewesen, sich so richtig in der von ihr geliebten Keramik nach mathematischen Gesetzen auszuleben, so die in Freren geborene Marita Stoschek. Marita Stoscheks Keramiken haben sozusagen ein mathematisches, besser: ein geometrisches Grundgerüst. Das ist auch der Grund, warum sie 2005 zum Wettbewerb „Mathematikkeramik“ der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt zugelassen wurde und dort ausstellen konnte.

Informationen: www.meppener-kunstkreis.de.


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