21.04.2017, 11:38 Uhr

650 Meter groß Bilder aus Melle: Gefährlicher Asteroid rast an Erde vorbei

Die Aufnahmen entstanden an deren Sternwarte auf dem Oldendorfer Berg bei Melle. Foto: Astronomische Arbeitsgemeinschaft des Naturwissenschaftlichen Vereins OsnabrückDie Aufnahmen entstanden an deren Sternwarte auf dem Oldendorfer Berg bei Melle. Foto: Astronomische Arbeitsgemeinschaft des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück

pm/AFP Osnabrück/Köln. Den Mitarbeitern der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück ist es gelungen, einen gefährlichen und 650 Meter großen Asteroiden zu fotografieren. Der Brocken könnte in ferner Zukunft einmal mit der Erde zusammenstoßen.

Der Asteroid, der so groß ist wie die höchsten Wolkenkratzer der Erde, ist am Mittwoch an unserem Heimatplaneten vorbeigeflogen – in weniger als fünffacher Mondentfernung. Nach Berechnungen von Astronomen passierte der 650-Meter-Brocken mit der Bezeichnung 2014 JO25 die Erde um 14.24 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit, wie aus vorab veröffentlichten Daten der US-Raumfahrtbehörde Nasa hervorging. Dabei kam der Asteroid der Erde auf bis zu 1,8 Millionen Kilometer nahe – für einen Asteroiden dieser Größenordnung eine „sehr dichte Annäherung“, wie das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa in Pasadena im US-Bundesstaat Kalifornien im Vorfeld mitteilte.

Aufnahmen vom Oldendorfer Berg bei Melle

In der darauffolgenden Nacht gelang es Mitarbeitern der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück den Asteroiden zu fotografieren. Die Aufnahmen entstanden an deren Sternwarte auf dem Oldendorfer Berg bei Melle. Binnen einer halben Stunde legte der Asteroid eine Strecke zurück, die dem Durchmesser des Mondes am Himmel entspricht.

Letztmals kam ein kosmischer Brocken von mindestens dieser Größe im Jahr 2004 unserem Planeten vergleichbar nahe: Damals passierte der Viereinhalb-Kilometer-Asteroid Toutatis die Erde in etwa vierfacher Mondentfernung. Der vor drei Jahren entdeckte Asteroid 2014 JO25 gilt wie seine zahllosen Artgenossen im All als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren – und er zählt zu den Gesteinsbrocken, die auf ihrer Bahn um die Sonne der Erde ziemlich nahe kommen können. Mit einer Größe von 650 Metern übertrifft 2014 JO25 die Höhe des derzeit zweithöchsten Wolkenkratzers der Welt: Der Shanghai Tower in der chinesischen Megastadt misst 632 Meter.

Kollision hätte verheerende Folgen

Einen Einschlag des Wolkenkratzer-Asteroiden auf der Erde hatten Astronomen schon lange vor dessen Vorbeiflug definitiv ausgeschlossen. Eine solche Kollision hätte verheerende Folgen gehabt, wie Einschläge in der Vergangenheit beweisen. Einen Durchmesser von nur 30 bis 50 Metern hatte der Asteroid oder Komet, der mit dem sogenannten Tunguska-Ereignis vom 30. Juni 1908 in Zusammenhang gebracht wird. Damals knickten in einer unzugänglichen Region Sibiriens auf mehr als 2200 Quadratkilometern 80 Millionen Bäume um – als Ursache wird die Explosion eines Himmelskörpers in mehreren Kilometern Höhe vermutet.


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