19.04.2017, 17:39 Uhr

Adamaas-Systems Uni Bielefeld entwickelt intelligente Brille weiter

Kai Essig und Matthias Schröder (rechts) entwickeln zusammen mit Thomas Schack die intelligente Brille Adamaas. Foto: Citec/Universität BielefeldKai Essig und Matthias Schröder (rechts) entwickeln zusammen mit Thomas Schack die intelligente Brille Adamaas. Foto: Citec/Universität Bielefeld

pm/hen Bielefeld. Statt mühsam die richtigen Teile zu suchen und mit einer Hand umzublättern, blendet die intelligente Brille des Adamaas-Systems direkt ins Sichtfeld ein, welcher Arbeitsschritt als nächstes dran ist. An der Uni Bielefeld wird die intelligente Brille weiter entwickelt.

Das gilt für das Bedienen einer Kaffee-Maschine genauso wie für den Bau eines Vogelhäuschens. Thomas Schack, Kai Essig und Matthias Schröder haben am Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (Citec) der Universität Bielefeld die intelligente Brille weiter entwickelt. Durch „Computer-Vision“ kann das System eigenständig Objekte und Handlungsschritte erkennen und darauf aufbauend Handlungsunterstützung direkt auf das Display der Brille übertragen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit 1,2 Millionen Euro. Ein Film über Adamaas ist jetzt auch online zu sehen.

„Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen sind beim Bau eines Vogelhäuschens schnell überfordert. Mit der intelligenten Brille können sie Schritt für Schritt ein Vogelhaus bauen und werden dabei ihren Bedürfnissen entsprechend angeleitet“, sagt Kai Essig, der das Adamaas-System mitentwickelt. „Durch vorherige Messungen der mentalen Repräsentations-Strukturen der Nutzer kann sich die Brille individuell auf die Bedürfnisse der Probanden einstellen.“ Außerdem überprüft das Adamaas-System die Herzfrequenz und blendet beruhigende Hinweise im Display ein, noch bevor die Person überfordert ist.

Bisher haben die Adamaas-Forscher das System genutzt, um zum Beispiel bei der Bedienung eines modernen Kaffeeautomaten zu unterstützen. Der Vorteil dabei war, dass die Kaffeemaschine den aktuellen Zustand erkennen und an die Brille weitergeben konnte. „Die Schwierigkeit beim Bau eines Vogelhäuschens ist, dass die einzelnen Bauteile und Handlungsschritte direkt von der Brille erkannt werden müssen. Was für den Menschen selbstverständlich ist, stellt ein technisches System vor hohe Herausforderungen“, sagt Matthias Schröder, der die „Computer-Vision“ des Adamaas-Systems programmiert hat. „Mittels einer Kamera kann die Brille nicht nur erkennen, wo welches Objekt liegt, sondern auch, welches Bauteil gerade vom Nutzer in die Hand genommen oder mit den Augen betrachtet wird.“


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