18.04.2017, 13:09 Uhr

Zeugin erneut nicht anwesend Meller beißt im Gewahrsam zwei Beamte

Vor dem Landgericht Osnabrück wurde am Dienstag die Verhandlung gegen einen 26-Jährigen aus Melle fortgesetzt. Er soll zwei Beamte gebissen haben. Foto: dpaVor dem Landgericht Osnabrück wurde am Dienstag die Verhandlung gegen einen 26-Jährigen aus Melle fortgesetzt. Er soll zwei Beamte gebissen haben. Foto: dpa

Osnabrück/Melle. Ein 26-jähriger Meller muss sich derzeit vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Er war vom Amtsgericht Osnabrück zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt worden, weil er im September 2015 auf dem Polizeikommissariat zwei Beamte gebissen hat.

Gegen das Urteil des Amtsgerichtes legte der Meller Berufung ein.

Am Dienstag sollte eigentlich eine angehende Polizistin als Zeugin aussagen. Sie war schon zu den vorherigen Verhandlungstagen geladen worden, jedoch nicht erschienen. Am Dienstag fehlte sie, weil sie im Rahmen ihrer Ausbildung offenbar eine wichtige Klausur schrieb.

Sie soll Zeugin gewesen sein, als die Polizei den angeklagten Meller im September 2015 auf der Zufahrt eines ländlich gelegenen Hofes an der Bielefelder Straße aufgriff. Mehrere Beamte hatten vor Gericht ausgesagt, dass der 26-Jährige sich vor Ort nicht habe ausweisen können. Zur Feststellung seiner Personalien habe man den Mann, der offenbar betrunken war, dann mit auf die Wache genommen.

Eine Beamtin gab am letzten Verhandlungstag an, dass der Mann allerdings auch aus Sicherheitsgründen mitgenommen wurde, weil er Anstalten machte, alkoholisiert entlang der Bielefelder Straße nach Hause zu laufen. Auf die Zeugenaussage der angehenden Polizistin, die seinerzeit auf besagtem Hof an der Bielefelder Straße gewohnt haben soll, pocht insbesondere die Verteidigung des Mellers.

Wenn der Meller sich den Beamten gegenüber nämlich tatsächlich ausweisen konnte, hätte man ihn deshalb nicht in Gewahrsam nehmen können, wie der Staatsanwalt betonte.

Die damalige Freundin des Angeklagten hatte bereits am ersten Verhandlungstag ausgesagt, dass ihr Partner den Polizeibeamten seinen Ausweis auf Nachfrage gezeigt habe.

Die Verhandlung wird vorübergehend ausgesetzt. Wahrscheinlich wird es nicht vor August weitergehen. Dann soll die fehlende Zeugin gehört werden. Außerdem wird ein Sachverständiger das Gutachten vorstellen, das er über den Angeklagten angefertigt hat.


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