18.04.2017, 07:30 Uhr

Dorfgemeinschaft lädt ein Hustädte begießt neuen Glockenturm in Melle

Die Aktiven rund um den neuen Glockenturm: (von links) Klaus Dieckmann, Henning Meyer, Jürgen Hille, Renke Klostermann und Ulrich Langenheder. Foto: Ingrun WaschneckDie Aktiven rund um den neuen Glockenturm: (von links) Klaus Dieckmann, Henning Meyer, Jürgen Hille, Renke Klostermann und Ulrich Langenheder. Foto: Ingrun Waschneck

Melle. Erst die Suche nach einer geeigneten Zwille, dann der komplizierte Aufbau, im Advent die feierliche Weihe und am 1. Mai nun die Einweihungsfeier: Hustädte freut sich über eine neue Dorfglocke.

„Am 1. Mai gießt sich Hustädte einen auf die Glocke“: Mit diesen launigen Worten kündigt Hannes Heß im Namen der Dorfgemeinschaft die Einweihungsfeier am 1. Mai an. Ab 11 Uhr sind alle Interessierten zur Einweihung der Dorfglocke in der Hustädter Dorfmitte eingeladen.

Die Arbeiten sind schon seit Längerem abgeschlossen. Inzwischen läutet die Glocke in Hustädte wieder zweimal täglich, und zwar um 12.30 und um 18.30 Uhr.

Bis dahin war es ein langer Weg. Gut zwei Jahre lang hatte die Hustädter Dorfgemeinschaft zuvor nach einer neuen Zwille für ihren maroden Glockenturm gesucht, bis sie im Herbst 2015 fündig wurde. Ein neuer Glockenturm musste her, da die Hauptständer des 38 Jahre alten Turmes in der Statik bedenklich gewesen waren. Deshalb musste der Glockenturm erneuert werden.

Weihe im Advent

In diesem Zusammenhang überlegte die Dorfgemeinschaft, wieder einen historischen Glockenturm mit einer Zwille, also mit einem Baumstamm, der sich in zwei gleich dicke Äste aufteilt, aufzustellen. Damit begann die Suche nach einem für diese Zwecke geeigneten Exemplar, ehe Renke Klostermann in einem Waldstück auf dem Kellenberg fündig wurde.

Im März vergangenen Jahres rückte dann der Fortbetrieb Altemöller mit schwerem Gerät an, ehe der neun Meter lange Stamm in den Sägebetrieb Wübbeler nach Linne gebracht und weiterverarbeitet wurde. Damit die Dorfgemeinschaft sich ein Bild des neuen Glockenturms machen konnte, fertigte Martin Stahmeier zwischenzeitlich mehrere Konstruktions- und Ansichtszeichnungen anhand von Renke Klostermanns Entwürfen an.

100 Kilo schwer

Die Konstruktion war dann im Juli abgeschlossen, das Fundament und der der Dachaufbau schlossen sich an. Die Glockenweihe durch Pastor Ingo Krahn am dritten Advent war einer weiterer Höhepunkt. Die Hustädter Dorfgemeinschaft und auch Besucher aus anderen Ortsteilen waren in die festlich geschmückte Reithalle des Hofes Remme gekommen.

Am vierten Advent trafen sich die Hustädter wieder, um beim Anbringen der Glocke und dem Aufsetzen des mit Kupfer verkleideten Daches auf die Zwille mitzuhelfen oder zuzuschauen.

Die Glocke wiegt etwa 100 Kilogramm und ist aus Bronze. Bronzeglocken, die an Holz aufgehängt sind, haben einen besonderen Wohlklang. Bei Sterbefällen, Feuer und auch bei Geburten soll sie von Wolf Westphal per Hand geläutet werden.

Nun steht die historische Bronzeglocke wieder in der Hustädter Dorfmitte. Aber nicht nur der Glockenstuhl und der Unterbau haben ein Facelilfting erhalten:

„Wir wollen den gesamten Glockengarten bis zum 1. Mai neu gestalten. Durch die neue Bepflanzung und den neuen Sitzbereich wird aus dem verwunschenen Urwald ein richtig gemütlicher Treffpunkt“, sagt Hannes Heß.

Um das zu feiern und die neue Dorfglocke einzuweihen, lädt die Dorfgemeinschaft zur Maifeier an der Dorfglocke ein. Es werden Getränke und Würstchen vom Grill angeboten. Die Einnahmen kommen der Refinanzierung der Glocke zu Gute.

Im neuen Glockengarten kann sogar bis nach Sonnenuntergang gefeiert werden, denn auch an die Beleuchtung wurde bei der Renovierung gedacht: „Hustädte hat jetzt die Lampe an und gießt sich auf 1. Mai einen auf die Glocke“, schmunzelt Hannes Heß.


0 Kommentare