04.04.2017, 16:51 Uhr

Praxis steht im Mittelpunkt 530 Schüler beim Berufsorientierungsparcours in Melle


Melle. Beim vierten Berufsorientierungsparcours (BOP) standen gestern Azubis aus 40 Unternehmen im Mittelpunkt, als sie 530 gut vorbereiteten Jugendlichen aus weiterführenden Schulen in Melle und Bissendorf ihre Ausbildungsberufe erklärten.

Melle. Erstmals durften auch die Eltern mitmachen. Etwa 70 Mütter und Väter informierten sich am Montagabend der Veranstaltung ausführlich über unterschiedliche Berufsprofile vom Handwerker bis zur Erzieherin und Hauswirtschafterin und dem Anwärter für das Polizeikommissariat.

Wenig Interesse zeigten die Erwachsenen dabei - ganz im Gegensatz zu ihren Kindern - am Stand der Akademie für Kommunikation, Medien und Management.

Das änderte sich am Dienstag schlagartig: Bereits um 8 Uhr stürmten die ersten Schulklassen in die Ausstellungshalle der Berufsbildenden Schulen (BBS). Beim Fotoshooting mit anschließender Bildbearbeitung hörten Vivien, Annina und Johanna vom Gymnasium Melle von der Ausbildung als Mediengestalterin und Kauffrau Marketing/Kommunikation.

Vollbesetzte Tische auch am Stand der Polizei, wo die Achtklässler konzentriert 30 Fragen eines Einstellungstests beantworteten. „Die Zettelbox aus Edelstahl habe ich allein gebaut“, erzählte der 14-jährige Florian Knappe am Stand des Unternehmens Teledoor aus Wellingholzhausen, während er den Anweisungen der Azubis Roger, Lukas und Malte lauschte.

Horizont erweitern

Den Praxistest mit Arbeitsproben absolvierten die Schüler für mindestens sechs Ausbildungsberufe. Einige schafften auch mehr, während sie an jedem Stand gewissenhaft ihr Laufbuch ausfüllten. Bei Firma Refratechnik aus Buer erklärten Sefer Imeraj und Fatih Nuri Azattemür ihr Unternehmen. Die Schüler Janis und Bjane staunen über schwere Steine für Müllverbrennungsanlagen und manuelle Pressen zum Ausformen von feuerfesten Steinen. „Wir suchen noch Auszubildende für den Beruf des Industriekeramikers“, erklärte Personalleiterin Anja Schulke.

Zahlreiche bekannte, aber auch viele neue Unternehmen, wie Firma Hettich prägten das Bild. „Wir bilden am Standort Kirchlengern 150 Azubis aus und wollen unseren Horizont nach Niedersachsen erweitern“, berichtete Frank Fischer, der gern mehr Mädchen ausbilden würde. Aline Wüppelmann und Dorina Haja von der Ratsschule bauten geschickt eine Schublade.

Impulse und Ideen

Gute Farb- und Raumgestaltung zeigte Joshua Meyer von der Lindenschule Buer am Stand des Malers Busch. Florian Brinkmann, Azubi im zweiten Jahr als Landschaftsgärtner bei Firma Bredenstein, erklärte Jannik Büscher und Luca Pascal Rose die fachgerechte Handhabung der Motorsäge. Mit zahlreichen Impulsen und Ideen verabschiedeten sich die Schulklassen am ende des gestrigen Tages.

Zufrieden über den guten Besuch der Veranstaltung äußerten sich die Organisatorinnen Ina Wien-Tiedtke und Magdalena Antoncyk. Schulleiter Hermann Krüssel betonte am Schluss der Veranstaltung: „Das Votum der Eltern und Freunde ist wichtig bei der Berufswahl, daher freue ich mich über den gelungenen Versuchsballon.“


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