Ein Bild von Christoph Franken
30.11.2016, 17:16 Uhr KOMMENTAR ZUM VOGELTOD

Stiller Mord an Meller Zimmerfenstern

Kommentar von Christoph Franken

Für viele Menschen ein architektonisches Wahrzeichen, für Vögel eine Genickbruch-Falle: Die Eingangshalle der Uni Bremen. Foto: dpaFür viele Menschen ein architektonisches Wahrzeichen, für Vögel eine Genickbruch-Falle: Die Eingangshalle der Uni Bremen. Foto: dpa

Melle. Das zunehmende Sterben von Vögeln, die an Glasscheiben fliegen, kommentiert für das „Meller Kreisblatt“ dessen Lokalchef Christoph Franken.

Wer schon jetzt eine Raubvogel-Silhouette an seinen Scheiben hat, zeigt, dass er das Problem mit dem Vogeltod erkannt hat und gegensteuern will. Wenn die SON nun erklärt, diese Aufkleber seien wenig hilfreich, will sie diesen Leuten ihr Engagement nicht vermiesen, sondern effektivere Methoden aufzeigen. Also Vogelfreunde, nicht verdrießen lassen, der Anfang ist doch mit dem geschärften Bewußtsein schon gemacht.

Die Meller Stiftung aber legt mit ihrer Untersuchung den Finger in die Wunde: Immer mehr Glas wird verbaut und findet in den Werbe-Prospekten von Immobilienanbietern im „transparenten Raumgefühl“ seinen Niederschlag. Die gefiederten Opfer vor den Scheiben fallen zudem kaum auf, weil sie häufig von Katzen und kleinen Raubtieren weggeschleppt werden. Aber die SON-Ergebnisse unterstreichen: Glas wird immer stärker zum Vogelmörder und unterscheidet nicht zwischen Amsel und seltener Schnepfe. Der Mensch ist am Zug.


Der Artikel zum Kommentar

0 Kommentare