29.11.2016, 10:41 Uhr

SPD-Bewerberin scheitert knapp Gerda Hövel bleibt Ortsbürgermeisterin in Melle-Mitte

Im Amt bleibt Ortsbürgermeisterin Gerda Hövel (CDU) nach einem spannenden Wahlabend. Unterstützt wird sie dabei von ihren Stellvertretern Johannes Marahrens (links) und Reinhardt Wüstehube. Foto: Norbert WiegandIm Amt bleibt Ortsbürgermeisterin Gerda Hövel (CDU) nach einem spannenden Wahlabend. Unterstützt wird sie dabei von ihren Stellvertretern Johannes Marahrens (links) und Reinhardt Wüstehube. Foto: Norbert Wiegand

Melle. Mit neun Stimmen bestätigte der Ortsrat Melle-Mitte am Montagabend Gerda Hövel (CDU) als Ortsbürgermeisterin. Acht Stimmen entfielen in der konstituierenden Sitzung auf Gegenkandidatin Jutta Dettmann (SPD). Zu gleichberechtigten Stellvertretern wählte das Stadtteil-Parlament Johannes Marahrens (FDP) und den sichtlich überraschten Reinhardt Wüstehube (Grüne).

Offenbar erhielt die von Malte Stakowski (CDU) vorgeschlagene Gerda Hövel alle sieben Stimmen der CDU, die eine Stimme der FDP und eine von zwei Stimmen der UWG. Denn Reinhardt Wüstehube hatte vor der Wahl erklärt, dass die beiden Grünen Jutta Dettmann unterstützen würden. Die UWG gab vor der Wahl in der Sitzung im Ratssaal des Alten Rathauses keine Erklärung ab. Die Stimmabgabe erfolgte auf Wahlscheinen, die auf dem Sitzungstisch lagen. Beobachter gehen davon aus, dass in der vom Altersvorsitzenden Karl Hotho (CDU) geleiteten Abstimmung Matthias Pietsch (UWG) Jutta Dettmann gewählt hat, während Kay Wittefeld (UWG) seine Stimme Gerda Hövel gab.

Geheime Wahl

Anders als in den Ortsräten Neuenkirchen und Riemsloh kam die Wahlkabine bei der Wahl der Meller Ortsratsvorsitzenden nicht zum Einsatz. Erst bei der Wahl der Stellvertreter beantragte Annegret Mielke geheime Einzelwahl. Einstimmig sprach sich der Ortsrat für die Wahl von zwei gleichberechtigten Stellvertretern aus. Im ersten Wahlgang trat der von der CDU vorgeschlagene Johannes Marahrens (FDP) gegen die nun als Stellvertreterin kandidierende Jutta Dettmann an. Die SPD-Kandidatin scheiterte erneut mit acht Stimmen, Landwirt Marahrens erhielt neun Stimmen.

Zuerst ein Patt

Beim dritten Wahlgang zum zweiten gleichberechtigten stellvertretenden Ortsbürgermeister trat Jutta Dettmann dann nicht mehr an. Sie kündigte an, dass die SPD den von Silke Meier (Grüne) vorgeschlagenen Reinhardt Wüstehube unterstützt. Die CDU stellte Rainer Vogt-Rohlff aus ihren eigenen Reihen auf. Bei einer ungültigen Stimme lautete das Ergebnis 8:8. „Hatte Kay Wittefeld diesmal ungültig gestimmt?“, fragten sich Beobachter auf den Zuschauerplätzen. Bei der Wiederholung der Wahl holte Reinhardt Wüstehube dann die erforderlichen neun Stimmen, sonst wäre es an dem spannenden Wahlabend noch zum Los-Entscheid gekommen.

„Eine Kümmererin“

„Gerda Hövel ist eine Kümmererin im besten Sinne“, hatte Malte Stakowski gleich zum Beginn der Sitzung für die Wiederwahl von Gerda Hövel geworben. Er betonte vor allem Hövels Einsatz zur Verbesserung der Hochwassersituation in Eicken, ein Thema, das dem Eickener UWGler Kay Wittefeld ein besonderes Anliegen ist. „Ich bin überzeugt, dass wir weiterhin gut miteinander arbeiten“, richtete sich die alte und neue Ortsratsvorsitzende nach ihrer Wahl an alle Stadtteilparlamentarier. Den „Erhalt und Ausbau der verkehrspolitischen und sozialen Infrastrukur“ nannte Gerda Hövel als Kernaufgaben der kommenden Legislaturperiode. „Vor allem ist es wichtig, die Bürger in unsere politische Arbeit einzubinden“, erklärte die Ortsbürgermeisterin.


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