22.11.2016, 14:19 Uhr

Schwarz-Gelb statt Schwarz-Grün Melle-Riemsloh: Oberschmidt von Fraktion überstimmt

Da war die schwarz-grüne Welt noch in Ordnung: Ulla Buermeyer gratuliert Ende September Günter Oberschmidt zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Archivfoto: Norbert WiegandDa war die schwarz-grüne Welt noch in Ordnung: Ulla Buermeyer gratuliert Ende September Günter Oberschmidt zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Archivfoto: Norbert Wiegand

Riemsloh. Wie ist in Riemsloh kurz vor der Wahl des Ortsbürgermeisters aus Schwarz-Grün noch Schwarz-Gelb geworden? Ursula Buermeyer (Grüne) sieht das Ergebnis „sportlich“, vermisst aber Dank und Wertschätzung. Ortsbürgermeister Günter Oberschmidt sieht sich in der Zwickmühle, weil seine Fraktion die Grünen nicht wollte.

Im Nachklang der Wahl hatte Christdemokrat Oberschmidt auf Anfrage unserer Redaktion noch betont, er wolle die Zusammenarbeit mit den Grünen und seiner Stellvertreterin Ursula „Ulla“ Buermeyer fortsetzen. Doch das zog sich hin. Zwar habe Oberschmidt sie gefragt, ob sie noch einmal mit ihm zusammenarbeiten wolle – und mithin Grüne mit Schwarzen – doch dann sei „rumgeeiert“ worden, so Buermeyer: „Dann musste erst die Basis gefragt werden. Dann die Fraktion. Und noch mal die Fraktion. Und so zog sich das über neun Wochen.“ Insofern sei die spätere Entscheidung der Christdemokraten, nicht mehr mit den Grünen zu gehen, dann nicht mehr überraschend gekommen.

Dass sich bei wechselnden Mehrheiten andere Konstellationen ergeben, „kann man auch sportlich sehen“. „Stutzig“ habe sie indes gemacht, dass in der Gründungssitzung des Ortsrates zwar aus anderen Fraktionen wohlwollenden Worte an sie gerichtet wurden, nicht aber von der CDU und insbesondere von Oberschmidt. Buermeyer: „Da liegt die Betroffenheit, nicht im Verlust des Amtes. Herr Bossmann hat das gemacht, Herr Oberschmidt hat diesen Dank nicht rübergebracht.“

Oberschmidt: Ich bedauere das aufrichtig

Er habe innerhalb seiner Fraktion keine Mehrheit für eine Fortsetzung von Schwarz-Grün finden können, erläutert Günter Oberschmidt auf Anfrage. Hauptgrund sei die Politik der Grünen auf Landesebene, insbesondere im Bereich Landwirtschaft. „Ich bedauere das aufrichtig. Wir haben gute Arbeit gemacht, sehr viel erreicht und ich hätte das gerne fortgesetzt.“ Buermeyers Kritik an der mangelnden öffentlichen Wertschätzung von fünf Jahren gemeinsamer Arbeit, kann Oberschmidt indes nachvollziehen. Er habe sich da im Zwiespalt gesehen: „Ich kann mich nicht hinstellen und die fünf Jahre loben und die tolle Arbeit und dann verkünden, dass wir das nicht fortsetzen.“ Er habe sich deshalb bewusst zurückgehalten, wolle aber privat das Gespräch suchen, denn: „Ulla wird in vielen Dingen gebraucht, die wir in Riemsloh angeschoben haben.“

Stellvertreter sollte auch ein Christdemokrat sein

Teilweise für Irritationen hatte zudem gesorgt, dass kurz vor der Wahl in der Gründungsversammlung des Ortsrates am vergangenen Donnerstag die Stimmzettel händisch geändert wurden. Zunächst hatte dort für das Amt des stellvertretenden Ortsbürgermeisters ebenfalls ein Christdemokrat gestanden. In diesem Punkte habe er sich aber doch noch durchgesetzt, so Oberschmidt. Er habe seiner Fraktion gesagt, dass es nicht zu vermitteln sei, immer von gemeinsamer Arbeit aller Fraktionen für den Stadtteil zu reden, „und wenn wir dann mal eine Stimme Mehrheit haben, ziehen wir gleich alles an uns. Das geht nicht.“ So sei es auf Basis einer relativ kurzfristigen Entscheidung in der CDU-Fraktion zur Wahl von Heinrich „Heiner“ Thöle (FDP) als Stellvertreter gekommen.


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