01.11.2016, 14:52 Uhr

Gewehre in Wohnung aufbewahrt Polizei Melle entdeckt Waffenarsenal


Melle. Diesen Einsatz werden die Polizisten so schnell nicht vergessen: Nach einer Auseinandersetzung in einer Wohnung in einem Meller Stadtteil stießen die Beamten auf ein ganzes Arsenal an Schusswaffen, Munition, Schlagstöcken, Wurfmessern und Tabletten.

„Über so eine Menge an gefährlichen Gegenständen dürfte nicht einmal das Landeskriminalamt verfügen“, kommentierte Peter Kleinfeld, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes bei der Polizei Melle. Hintergrund des ungewöhnlichen Fundes ist ein Streit zwischen einem älteren Ehepaar und dessen 47-jährigen Sohn gewesen, berichteten Peter Kleinfeld und sein Kollege Claus Kleine-Heckmann unserer Redaktion.

Es war am Sonntag gegen 14 Uhr, als die Auseinandersetzung zwischen Eltern und Sohn eskalierte. So meldete sich ein Elternteil bei der Polizei in Melle und gab an, dass der Sohn sie mit Pfefferspray bedrohen würde. Eine Streife fuhr daraufhin zu dem Zweifamilienhaus in einem Meller Stadtteil.

Rund zwei Promille im Blut

Dort stellten die Beamten fest, dass alle drei Beteiligten erheblich alkoholisiert waren. Offenbar hatte es einen ausgiebigen Frühschoppen gegeben. Blutproben ergaben bei allen Beteiligten einen Alkoholwert von rund zwei Promille. Der Anlass des Streits habe sich wegen des hohen Alkoholkonsums nicht ermitteln lassen, führte Peter Kleinfeld aus.

In der Wohnung stießen die Beamten dann auf einen riesigen Fundus an Waffen und Munition. Dazu zählten unter anderem Messer, Dolche, Schlagstöcke, Baseballschläger, Wurfgeschosse, Beil und Axt.

Darüber hinaus waren in der Wohnung mehrere Revolver und Pistolen, ein Maschinengewehr und eine Druckluftwaffe aufbewahrt. Hinzu kamen 1150 Schuss Munition sowie noch ein Totschläger, eine Waffe, die unter das Waffengesetz fällt und nicht ungesichert aufbewahrt werden darf.

Beschuldigter zeigt Einsicht

Die Beamten stellten sämtliche Gegenstände sicher und nahmen den 47-Jährigen mit auf die Wache, wo er den weiteren Angaben zufolge eine „angemessene Zeit“ in der Zelle verbrachte, um wieder nüchtern zu werden. Derweil setzte die akribische Arbeit der Polizei ein, die sämtliche Gegenstände erfasste und dokumentierte.

Am Montag erschien der 47-Jährige erneut auf der Wache, wo er im Hinblick auf das zu erwartende Strafverfahren über seine Rechte belehrt wurde. Er hat demnach mit einem Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu rechnen. Ob darüber hinaus Verfahren wegen Bedrohung oder Nötigung eingeleitet werden, ist fraglich.

Im Verlauf der Vernehmung zeigte sich der Mann sehr kooperativ und einsichtig: „Er hat der Vernichtung der Gegenstände ohne Wenn und Aber zugestimmt“, teilte Peter Kleinfeld weiter mit. Dieses Verhalten hat die Polizei positiv überrascht. Umso mehr, als dass sich der Beschuldigte lobend über die Polizei äußerte.

Und warum bewahrt der Mann so viele gefährliche Gegenstände in seiner Wohnung auf? „Er ist Sammler“, erklärte Waffensachbearbeiter Claus Kleine-Heckmann. Der 47-Jährige war zuvor nicht polizeilich in Erscheinung getreten.


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