24.10.2016, 11:54 Uhr

Angeblich Unfallschwerpunkt Leitplanken zwischen Melle und Oldendorf irritieren

500 Meter Schutzplanken und 160 Meter Sonderschutzplanken für den Baumschutz wurden an der Oldendorfer Straße installiert. Foto: Michael Hengehold500 Meter Schutzplanken und 160 Meter Sonderschutzplanken für den Baumschutz wurden an der Oldendorfer Straße installiert. Foto: Michael Hengehold

Melle/Oldendorf. Wenig erfreut sind einige Anlieger der Oldendorfer Straße über neu installierte Leitplanken an Bäumen. Zudem zweifeln sie an, dass es dort eine Häufung von Unfällen gebe.

Entlang der Oldendorfer Straße sind neue Leitplanken, teils unmittelbar an Bäumen, installiert worden. Zwei Anlieger, Peter Gräber und Hagen Lohmann, haben daraufhin bei der Straßenmeisterei in Bohmte und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Osnabrück angerufen und sich nach dem Zweck der Maßnahme erkundigt.

Oldendorfer Straße ein Unfallschwerpunkt?

Die Leitplanken dienten dem Unfallschutz, berichten beide Anlieger von ähnlichen Gesprächsverläufen. Die Oldendorfer Straße sei ein Unfallschwerpunkt, habe die Polizei ermittelt. Diese Aussage kommt den Männern aber merkwürdig vor, denn ihres Wissens habe es kaum Unfälle im Abschnitt zwischen Bahnübergang und Oldendorf gegeben.

„Wenn die Diesteln und Brennnesseln 1,20 Meter hoch stehen“

Peter Gräber moniert zudem, dass es den Anliegern nun erschwert werde, die Bankette (Seitenstreifen) zu pflegen. Die Straßenmeisterei komme nur einmal im Jahr, deswegen „pflegt im Prinzip die ganze Oldendorfer Straße selbst“, so Gräber. Er befürchtet, dass die Sichtverhältnisse an seiner Grundstücksausfahrt sich verschlechtern, „wenn die Diesteln und Brennnesseln erst mal 1,20 Meter hoch stehen.“ Außerdem stört ihn, dass die Anwohner vorab nicht über die Maßnahme informiert wurden.

„Wo sind denn diese Unfälle?“

Ähnlich sieht das Hagen Lohmann ein paar Häuser weiter. „Wo sind denn diese Unfälle?“, fragt er: „wohl eher nicht auf diesem Teilstück.“ Im Übrigen werde die Oldendorfer Straße durch die Leitplanken noch enger. Schon jetzt müssten Lkw, die sich begegnen, abbremsen.

Im laufenden Jahr schon zehn Unfälle

Im vergangenen Jahr habe es auf dem Abschnitt im Bereich Bakum neun Verkehrsunfälle gegeben, berichtet Frank Oevermann, Sprecher der Polizei in Osnabrück, auf Anfrage unserer Redaktion. Zwei Leichtverletzte und ein Baumunfall stünden in der Bilanz. Im laufenden Jahr sei es dort schon zu zehn Unfällen gekommen, einmal mit einem Schwerverletzten. Somit handele es sich zwar nicht um einen Unfallschwerpunkt, wohl aber um eine Unfallhäufungslinie.

Pilotprojekt zur Vermeidung von Baumunfällen

„Bei der Maßnahme handelt es sich um einen Ausfluss des Pilotprojektes zur Vermeidung von Baumunfällen des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr“, erläutert Cord Lüesse, Leiter des Geschäftsbereichs Osnabrück der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Dabei seien gemeinsam mit Polizei und Verkehrsbehörden ‎Abschnitte an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen ausgesucht worden, die eine Unfallhäufung oder eine besondere Problematik in Bezug auf Baumunfälle aufweisen. Schutzplanken seien nur dort gebaut worden, wo Auffälligkeiten im Verkehrs- und Unfallgeschehen aufgetreten seien oder die Abstände zwischen Straß‎enrand und Hindernissen zu gering sei.

An der Osnabrücker Straße seien die Schutzplanken geringfügig höher eingebaut worden als üblich, da dort in absehbarer Zeit eine Deckenerneuerung im Hocheinbau bevorstehe, so Lüesse. Die jetzige Höhe der Schutzplanken liege aber im Bereich des nach Richtlinien und Vorschriften zulässigen Rahmens. Installiert wurden 500 Meter Schutzplanken und 160 Meter Sonderschutzplanken für den Baumschutz. Die Kosten für die im Geschäftsbereich Osnabrück nun abgeschlossene Maßnahme liegen Lüesse zufolge bei 100000 Euro.


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