03.01.2016, 15:43 Uhr

Pflicht für Wohngebäude gilt seit 1. Januar Rauchmelder: Kleines Gerät mit großer Wirkung

Unter der Zimmerdecke wird der Rauchmelder angebracht. In Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren sind die Anlagen nun Pflicht. Foto: ColourboxUnter der Zimmerdecke wird der Rauchmelder angebracht. In Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren sind die Anlagen nun Pflicht. Foto: Colourbox

Melle. Seit dem 1. Januar sind sie landesweit überall Pflicht: Auch bestehende Wohngebäude müssen mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Die Freiwillige Feuerwehr Melle kann dies nur begrüßen, denn sie empfiehlt schon seit sehr langer Zeit aus Überzeugung die Installation von Rauchwarnmeldern.

„Insofern begrüßen wir auch die vor einigen Jahren eingeführte Rauchmelderpflicht in Niedersachsen, deren Übergangsfrist nun endet,“ äußert sich Feuerwehrsprecher Martin Dove.

Schlafräume und Flur

Die Rauchwarnmelder sind kontinuierlich weiterentwickelt worden, und es gibt inzwischen Geräte auf dem Markt, die viele Jahre quasi unbemerkt ihren Dienst tun – ohne störende Fehlalarme oder Batteriewarnungen, führt der Sprecher der Feuerwehr aus. Wenn es aber wirklich brennt, werden die Rauchwarnmelder zu elektronischen Lebensrettern – insbesondere in der Nacht: „Es ist nämlich ein Irrglaube, man werde schon vom Brandgeruch wach, wenn’s brennt. Denn schläft der Mensch, ruht auch sein Geruchssinn,“ stellt Martin Dove klar.

Ist erst einmal ein Brand ausgebrochen, bleiben unter Umständen nur wenige Minuten, um sich in Sicherheit zu bringen. Große Gefahr lauere im Rauch: „Weil heutzutage in den Wohnungen viele Kunststoffe verbaut sind, zum Beispiel in den Möbeln oder auch in den Elektrogeräten, entstehen bei einem Brand hochgiftige Stoffe. Wenige Atemzüge reichen unter Umständen für eine Vergiftung aus.“

Die Rauchmelder sind empfindlich und schlagen bereits bei einem kleinen Brand Alarm. So früh gewarnt, haben die Bewohner mehr Zeit, sich in Sicherheit zu bringen oder sogar einen kleinen Entstehungsbrand selbst zu löschen. Dennoch sollte auch in diesem Fall der Notruf 112 gewählt werden, um die Feuerwehr zu rufen, empfiehlt der Sprecher.

Helfen und Leben retten

Für Neu- und Umbauten gilt die Rauchmelderpflicht übrigens schon seit November 2012. Ab Jahresbeginn herrscht für sämtliche Wohngebäude Rauchmelderpflicht. Darauf weisen der Fachdienst Planen und Bauen der Kreisverwaltung und die Kreisfeuerwehr Osnabrück hin. Ein kleines Gerät mit großer Wirkung: Damit können sie im Ernstfall Leben retten, betont Kreisbrandmeister Cornelis van de Water. Noch immer sterben in Deutschland jährlich rund 400 Menschen an den Folgen eines Brandes. 95 Prozent davon ersticken an giftigen Rauchgasen. Rauchwarnmelder hätten sie warnen können.

Rauchvergiftung

„Wir können nur helfen und Leben retten, wenn wir rechtzeitig gerufen werden. Wenn Außenstehende ein Feuer wahrnehmen, ist es für die Bewohner meist zu spät. Denn der tödliche Rauch hat sich dann bereits längere Zeit innerhalb der Wohnung ausgebreitet. Die meisten Brandtoten sterben deshalb an einer Rauchvergiftung“, erläutert der oberste Feuerwehrmann im Landkreis.

Im Bundesland Niedersachsen gibt es deshalb ab 2016 eine Rauchmelder-Pflicht. Dann müssen alle Wohnungen und Wohngebäude mit diesen Geräten ausgestattet sein. Seit November 2012 gilt die Rauchmelder-Pflicht bereits für Neu- und Umbauten, erklärt Arndt Hauschild, Fachdienstleiter Planen und Bauen beim Landkreis Osnabrück.

Am 31. Dezember lief nun die Übergangsfrist für bestehende Wohngebäude aus. Nachzulesen ist die Rauchmelder-Pflicht im § 44 der Niedersächsischen Bauordnung vom 3. April 2012.Danach müssen Schlafräume, Kinderzimmer und Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Sie sind so anzubringen und zu betreiben, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird.

Für die Ausstattung der Räume mit entsprechenden Anlagen ist der Eigentümer verantwortlich.

Haus- und Wohnungsbesitzer sollten darauf achten, dass die Rauchmelder nach der DIN EN 14604 geprüft und zertifiziert sind, so der Landkreis. Für Pflege und Wartung der Geräte – dazu gehören auch funktionstüchtige Batterien – sind die Mieter, Pächter oder sonstige Nutzungsberechtigte verantwortlich – es sei denn, der jeweilige Eigentümer übernimmt diese Pflicht selbst.

Weitere Informationen zum Thema Rauchmelder gibt es auch im Internet unter der Adresse www.rauchmelder-lebensretter.de .


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