12.05.2015, 17:53 Uhr

Nester in Bennien und Bakum Die kleinen Störche in Melle schlüpfen bald

Auf den Schlupf der kleinen Störche in Bennien warten Janne Sutmöller, Annette Tönsing, Helmut Tönsing, Lena Brömmelhaup und Janina Eickmeyer (von links). Foto: Norbert WiegandAuf den Schlupf der kleinen Störche in Bennien warten Janne Sutmöller, Annette Tönsing, Helmut Tönsing, Lena Brömmelhaup und Janina Eickmeyer (von links). Foto: Norbert Wiegand

Melle/Bruchmühlen. „In einer Woche müsste der erste Storch aus dem Ei schlüpfen“, freut sich Annette Tönsing schon auf Nachwuchs. Das Bennier Storchenpaar brütet seit Wochen auf dem vorbereiteten Nest auf dem Pferdehof Tönsing an der Straße „Allee“ in Bennien.

Die menschlichen Nachbarn, Spaziergänger und Neugierige erfreuen sich daran, wie sich der männliche und weibliche Storch beim Brüten und Ausfliegen zum Fressen abwechseln. „Es ist schön zu sehen, wie die Vögel das Nest säubern, mitgebrachtes Material einbauen und die Eier wenden“, sagt Lena Brömmelhaup.

„Einer der beiden Störche sitzt tagsüber immer auf dem Nest, das haben wir erstmals am 18. April so beobachtet“, erklärt Janina Eickmeyer (18). Deshalb geht die Storchenfreundin davon aus, dass die Bebrütung der Eier an diesem Tag begonnen hat. Da ein Storchenei in der Regel 33 Tage bis zum Schlupf bebrütet werden muss, kann es nicht mehr lange dauern.

Wie viele Eier im Nest liegen, wissen die Beobachter vom Pferdehof und aus der Nachbarschaft nicht. „Nächstes Jahr können wir vielleicht mehr zum Stand der Brut sagen, denn wir wollen eine wetterfeste Webcam installieren“, kündigt Helmut Tönsing an. Allerdings hat die Suche nach einem Sponsor bislang noch keinen Erfolg gehabt. „So wird die Anzahl der Jungstörche eine Überraschung“, ergänzt Lena Brömmelhaup. Im Vorjahr waren zwei Störche geschlüpft. Den äußerst nassen Sommer überlebte aber nur einer.

Die Beobachter des Geschehens auf dem Nest sind sich sicher, dass dort diesmal ein anderes Paar brütet. „Der männliche Vogel im vergangenen Jahr war beringt, jetzt hat keiner der beiden brütenden Vögel einen Ring“, berichtet Annette Tönsing. „Vermutlich handelte es sich bei dem beringten Storch, der schon Ende Februar angekommen war, um unseren Storch. Dieser konnte sein Nest aber nach mehreren intensiven Kämpfen mit verschiedenen immer wieder auftauchenden anderen Störchen nicht verteidigen. Die Vögel sind für uns kaum zu unterscheiden. Irgendwann haben wir erkannt, dass beide Störche keinen Ring tragen.“

Bei den Benniern steigt schon die Vorfreude auf die Jungvögel. Und auf möglicherweise wieder eine große Anzahl umherziehender Störche. „Es dürfen wieder mehr als 20 sein“, erklärt Helmut Tönsing. Im Vorjahr haben sich die vielen Störche zur Heu-Saison in der Elseniederung eingefunden, die bei den Pferdehöfen Ende Mai/Anfang Juni beginnt.

Ähnlich weit fortgeschritten ist die Brut am Stadtrand von Melle-Bakum in der Eue. Dort rechnet Volker Tiemeyer von der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz bis Ende Mai mit dem Schlüpfen der Jungvögel. Auch beim Bakumer Nest ist die Anzahl der Eier nicht bekannt, die Gelege umfassen laut Tiemeyer meist zwei bis fünf Eier. „Bis zur Flugfähigkeit bleiben die Jungstörche noch zwei weitere Monate im Nest“, erläutert der Ornithologe. Die Hoffnung auf ein drittes Brutpaar im Bereich Gesmold habe sich in diesem Jahr noch nicht erfüllt, so Tiemeyer. Allerdings sind an der Bifurkation eine Sechsergruppe Weißstörche und einige Einzeltiere unterwegs.


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