29.04.2015, 16:08 Uhr

Einkaufen mal auf Spanisch IGS Melle eröffnet ein Sprachendorf


Melle. Tomaten, Gurken und Zwiebeln auf Spanisch einkaufen, eine Eintrittskarte fürs Kino auf Englisch lösen, einen Krankenwagen auf Italienisch rufen – im Sprachendorf an der IGS ist alles möglich. Am Mittwoch wurde das Dorf offiziell eingeweiht.

Was Schulleiterin Marlies Brüggemann und ihre Kollegen im ersten Stock der IGS aufgebaut haben, ist in Melle bislang einmalig. Das Sprachendorf besteht aus verschiedenen Stationen, an denen Schüler unterschiedliche Alltagssituationen in unterschiedlichen Sprachen nachstellen können. Es geht um das Erleben von Sprache. Und das kommt bei den Schülern gut an.

„Man kann mit den Sachen hier arbeiten. Wenn ich auf Englisch etwas verkaufen will, habe ich halt Sachen, mit denen ich das spielen kann“, erzählt der 14-jährige Henry Wessler. Er glaubt, dass das Training im Sprachendorf jedem hilft, freier zu sprechen. Der Achtklässler lernt derzeit Englisch im Sprachendorf. Dabei muss er mit einem Partner vier Dialoge vorbereiten und präsentieren. Seine Lehrer bewerten die Unterhaltung.

Für jede Altersklasse

Das Sprachendorf ist jedoch nicht nur für die Achtklässler und auch nicht nur für die Schüler der IGS da. „Alle Kinder durchlaufen das Sprachendorf“, versichert Marlies Brüggemann. Und auch andere Schulen in Melle können das Angebot nutzen. Jedes Jahr soll das Dorf für vier Wochen nach den Osterferien aufgebaut werden.

Kreisrat Matthias Selle lobte die Idee, weil sie Sprache erlebbar macht. „Was erlebt wird, wird nicht vergessen“, sagte er. Hier werde ein Stück Auslandsaufenthalt simuliert, ergänzte Stadtrat Andreas Dreier.

Wie das mit dem Erleben von Sprache funktioniert, schauten sich die Gäste bei einem ersten Rundgang durch das Sprachendorf an. Der Gemüsestand beispielsweise zog mit seinem bunten Angebot an Obst und Gemüse aus Plastik den Blick auf sich. Die Schüler spielten dort eine Verkaufsszene durch, einmal auf Griechisch, einmal auf Spanisch. Ein paar Meter weiter feilschten zwei Schüler an einem Flohmarktstand auf Türkisch um ein Spielzeugauto. In der roten Telefonzelle rief ein Schüler auf Italienisch einen Krankenwagen.

An der IGS baut der Technikkurs im Moment einen 3-D-Drucker.

Hinter Vorhängen, auf denen verschiedene Haustüren aufgedruckt sind, verbergen sich die Türen zu Klassenzimmern und Lernräumen. In einem Raum ist eine Polizeistation nachgebaut, im nächsten eine Arztpraxis. Wieder ein Raum weiter betreten die Schüler einen Kiosk und einen Schreibwarenladen. Auch ein Kino, Sportartikelladen und ein Café gibt es.

Selbst ein Flughafenterminal haben die Lehrer im Miniformat in dem Sprachendorf untergebracht. Dort üben die Schüler Standardszenen am Flughafen: Einchecken, Sicherheitskontrolle, Passkontrolle und Boarding. Die Idee des Sprachendorfs kommt übrigens aus den Niederlanden.


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