29.01.2015, 13:37 Uhr

Ria im Rennen um den „Leo“ Meller Stabhochspringerin erzählt vom Erlebnis USA

Ria Möllers
              
              Foto: ArchivRia Möllers Foto: Archiv

Melle. Bei der „Nacht des Sports“ am Samstag, 31. Januar, werden die Sportler des Jahres 2014 aus der Region Osnabrück mit dem „Leo“ ausgezeichnet. Ria Möllers vom SC Melle ist in der Kategorie Einzelsportlerin nominiert. Die Stabhochspringerin kann nicht persönlich an der Ehrung teilnehmen. Denn sie weilt für ein Auslandssemester in den USA.

Aber die Mellerin taucht mit einer Videobotschaft bei der Preisverleihung im Osnabrücker Alando Palais auf. „Und meine Eltern werden an dem Abend vor Ort sein und mir später von der Show berichten“, erklärt die Leichtathletin unserer Redaktion per Mail. Sie habe sich über die Leo-Nominierung wie vor einem Jahr, als sie wegen der Norddeutschen Meisterschaften nicht an der Sportlergala teilnehmen konnte, sehr gefreut. „Es ist schön, wenn man spürt, dass die Leistung, für die man so hart gearbeitet hat, gewürdigt wird.“

Möllers überwand 2014 die Vier-Meter-Marke und wurde deutsche U-20-Meisterin. Neben der Nationalkader-Athletin sind bei den Frauen Kickboxerin Ronja Hassan (Kampfsportschule Schawe), Judoka Lea Püschel (Crocodiles Osnabrück), Marathon-Läuferin Stefanie Queren (Osnabrück), 400-Meter-Läuferin Marie Zepter (LG Osnabrück) und Speedskaterin Carolin Zielke (Sportfreunde Lechtingen) nominiert. Möllers sieht keine klare Favoritin. „Alle Kandidatinnen sind zu Recht nominiert. Ich würde es jeder gönnen, den Leo-Award zu gewinnen.“

Mit dem Abitur in der Tasche hat sich die 18-Jährige kürzlich aufgemacht, um in den USA über ein Sportstipendium Auslandserfahrungen zu sammeln. Bis Juni 2015 dauert ihr Semester an der Western Kentucky University. „Danach entscheide ich, ob ich weiter in den USA studieren möchte oder wieder nach Deutschland komme und an der Sporthochschule in Köln studiere“, berichtet die Stabhochspringerin. In Bowling Green (Kentucky) könne sie ihre sportliche und akademische Ausbildung sehr gut miteinander verknüpfen, da das amerikanische Sportsystem an die Schulen und Universitäten gekoppelt ist – anders als in Deutschland, wo im Verein Sport getrieben wird.

Training und Studium

Ria lebt auf dem Campus mit kurzem Fußweg zu Unigebäuden und Trainingsstätten. Ihr Status als „student athlete“ (studierende Leistungssportlerin) räumt ihr gewisse Privilegien im Studium ein. So werde sie problemlos für Wettkampf-Wochenenden freigestellt, die teils bereits donnerstags beginnen. Auch ihr Stundenplan nimmt Rücksicht auf die Trainingseinheiten.

Für Ria soll es demnächst sportlich noch höher hinausgehen. Sie sieht gerade im athletischen Bereich noch Reserven. „Derzeit absolviere ich dreimal pro Woche ein zweistündiges Krafttraining. Auch läuferisch muss ich hier sehr viel mehr machen, als ich das von zu Hause gewohnt bin. Der Muskelkater ist daher seit der ersten Trainingseinheit mein ständiger Begleiter.“ Immerhin könne so das amerikanische Fast Food nicht so ansetzen.

Ihre Erlebnisse in Amerika sind bisher sehr positiv, sie treffe auf viele nette wie hilfsbereite Trainer und Athleten. Auch die beengte Wohnsituation mit einem 16-Quadratmeter-Zimmer zu zweit, zwei Badezimmern und einer Küche auf dem Flur für 25 Mädchen verbucht sie unter: Erfahrungen sammeln. „Ich versuche, so viel wie möglich mitzunehmen“, schildert Ria ihre Devise.


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