15.09.2013, 15:05 Uhr

Hofläden expandieren Meller kaufen immer mehr direkt vom Acker


Melle. Immer mehr Verbraucher wollen ihre Lebensmittel direkt auf dem Bauernhof in der Nachbarschaft kaufen. Diese zwar langsame, aber stetige Entwicklung bestätigen auch Hofläden und Direktvermarkter in Melle und den Grönegaudörfern.

„Eine solche Frische ist im Supermarkt nicht zu finden“, erklärt Melanie Strunk überzeugt. Bei ihrem Gemüse-Wochenend-Einkauf im Markendorfer Hofladen Biewener greift auch die 15 Monate alte Tochter Malin schon zu und beißt mit ihren drei Zähnen herzhaft in eine noch nicht gewaschene Tomate. Die junge Mutter aus Hustädte vertraut den angebotenen Produkten: „Ich weiß ja hier genau, wo die Tomate herkommt, und das gilt auch für Kohlrabi, Salate, Zucchini und Kräuter.“

„Die Nachfrage nach Saisongemüse hat sich seit der Eröffnung unseres Hofladens 1999 kontinuierlich gesteigert“, blickt Karin Biewener auf die 14-jährige Entwicklung zurück. Angefangen hatte der Hofverkauf schon lange vorher mit sogenanntem Zweite-Wahl-Gemüse. Daraus ist zunächst versuchsweise der Laden entstanden. Inzwischen gibt es eine fast schon einschätzbare Stammkundschaft. Zur Erdbeerzeit und wenn die Einlegegurken reif sind, herrscht zeitweise großer Andrang vor der Ladentür.

Aber auch im ganz normalen Sommerbetrieb von Mai bis November ist der Verkaufsraum montags bis freitags von 8 bis 13 und 14.30 bis 18 Uhr geöffnet, samstags von 8.30 bis 12 Uhr. Es ist so viel zu tun, dass Karin Biewener von zwei Verkäuferinnen unterstützt wird. „Schon lange ist unser Laden kein Resteverkauf mehr“, berichtet Jürgen Biewener. Der Landwirt: „Wir haben größere Flächen im Freiland und im Gewächshaus ausschließlich für die Produktion für den Hofladen reserviert.“

Weil ein Teil der Kunden auch noch Produkte einkaufen will, die nicht direkt vom Hof Biewener kommen, hat der Markendorfer Laden sein Angebot um Fleischwaren aus der Haus-Schlachterei Wiehenkamp, Käse, Obst und Weine erweitert. „Wir nehmen uns oft die Zeit für einen Plausch mit unseren Kunden oder tauschen Rezepte aus“, beschreibt Karin Biewener die familiäre Atmosphäre im Laden. „Und bei uns können ältere Leute auch noch eine einzelne Zwiebel oder Möhre kaufen“, ergänzt Verkäuferin Marita Gerker.

Eine große Vielfalt an Frischgemüse – alles was im Grönegau wächst – ist auch bei Norbert Meyer an der Dielingdorfer Straße 16 zu finden. Der Bioland-Bauer beliefert hauptberuflich Stände auf sechs Märkten in Münster und Bielefeld sowie zehn Bio-Läden. „Wir hatten anfangs überhaupt keinen Hofverkauf beabsichtigt“, blicken Norbert Meyer und Kerstin Willms auf ihre Gründerphase zurück.

Da sich aber die Anfragen von Privatkunden nach Biogemüse ständig häufen, haben die Dielingdorfer eine Möglichkeit zum Direkteinkauf eingerichtet. Nach und während der Ernte für die Märkte kann dienstags und freitags von 15 bis 18 Uhr frisches Biogemüse ausgesucht werden. Vor einem Jahr hat Kerstin Willms die jeweils zweistündigen Öffnungszeiten um eine weitere Stunde verlängert, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Neben dem frischen saisonalen Qualitätsgemüse sind Bio-Futtermöhren ein Renner unter den Angeboten.

Die Anzahl der Direktvermarkter im Grönegau ist beträchtlich. Dabei reichen die Verkaufsstellen vom täglich geöffneten Hofladen über Schlachtereien mit Läden bis zum Rentner, der beispielsweise seine überschüssigen Zwetschgen von Gartenbäumen anbietet. Auch spezielle Produkte, wie Kartoffeln, Eier, Honig oder Blumen, können direkt beim Erzeuger erworben werden. Manchmal werden die Sortimente durch zugekaufte Produkte ergänzt. Unsere abgedruckte Liste kann nur einen Einblick in die Vielzahl der Direktverkaufsstellen im Grönegau geben, jedoch nicht auf Vollständigkeit setzen.


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