03.08.2010, 08:46 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Trecker-Treffen mit zahlreichen Aktionen lockte 4000 Besucher nach Meesdorf Erst vorgeglüht – und dann bebte der Bergsiek


jk Meesdorf. Albert Scheckelhoff kommt seit vielen Jahren zum Treckertreffen nach Meesdorf – mit einem historischen Traktor. Drei Stunden ist der 71-Jährige auf Achse, um die 45 Kilometer zwischen seiner Heimatgemeinde Glandorf und dem Bergsiek zu bewältigen.

Aber die verhältnismäßig lange Anreise zahlt sich für den agilen Ruheständler aus. Denn: „Diese Veranstaltung ist hundertprozentig. Hier stimmt einfach alles“, lobt das Mitglied des Vereins zur Erhaltung historischer Landtechnik und ländlichen Brauchtums in Glandorf die Arbeit der Organisatoren. So seien auf dem weitläufigen Ausstellungsgelände einige Hundert Alttraktoren und historische Landmaschinen zu bestaunen. „Hinzu kommt die herrliche Aussicht auf einen besonders schönen Teil des Wiehengebirges mit dem malerischen Huntetal“, schwärmt Scheckelhoff.

Keine Frage: Um ein Trecker-Treffen von Format auf die Beine zu stellen, hatten Heinrich Körting und seine Kollegen keine Kosten und Mühen gescheut und dabei gerade in den vergangenen Wochen viel Zeit investiert.

„In der heißen Phase kurz vor dem Veranstaltungswochenende stehe ich morgens um 5 Uhr auf und komme keinen Tag vor Mitternacht ins Bett“, verriet der 76-Jährige, dem die arbeitsreichen Tage zumindest einen Vorteil bringen: „Ich kann jetzt prima durchschlafen.“

Bei der Organisation und Durchführung des Trecker-Treffens konnte der Vorsitzende des Vereins „Traktoren und historische Landmaschinen Grönegau-Buer“ auch dieses Mal wieder auf die Unterstützung vieler Mitstreiter zählen. Einer von ihnen ist Karl Schleußinger aus der benachbarten Gemeinde Bad Essen, der wieder einer Auswahl seiner Lanz-Bulldogs präsentierte, darunter eine Straßenmaschine von 1935.

„Die ist das älteste Fahrzeug, das bei diesem Treffen zu sehen ist“, berichtet der Landmaschinen- und Trecker-Enthusiast, während er einen Brenner zum Vorglühen des Motors in Position bringt.

Als Schleußinger kurz darauf den Motor anwirft, erfüllt lautes Dröhnen das Veranstaltungsgelände. „Jetzt bebt der Bergsiek“, rufen die Gebrüder Wefer aus und spielen damit auf das Motto des Treffens an.

Aktionen gab es am Samstag und Sonntag reichlich am Bergsiek. Beispielsweise das Schaumähen, bei dem Werner Seelmeyer und Manfred Freese einen Mähbinder aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg einsetzten, gezogen von einem Deutz-Ackerschlepper, Baujahr 1973. Dass es auch andere Formen der Getreideernte gibt, dokumentierte Seelmeyer mit einem Claas-Mähdrescher, Typ „Europa“, der 1961 vom Band lief und eine Schnittebreite von 2,20 Metern besitzt.

Danach steht der Weiterverarbeitung des Erntegutes nichts mehr im Wege – zum Beispiel mit einer Dreschmaschine „Erica“ Bevensen, die bereits 60 Lenze zählt.

Weiteres Schwerpunktthema: das Verarbeiten von Holz. Dafür hatte Vorstandsmitglied Eberhard Splete eigens ein mobiles Sägewerk nach Meesdorf geholt, in dem aus mächtigen Fichtenstämmen schwere Holzbalken werden.Aber auch die Produktion von Brennholz war am Bergsiek ein großes Thema. „Hier kommen modernste Vollautomaten zum Einsatz, bei denen man sogar die Größe der späteren Holzscheite programmieren kann“, erläutert Aussteller Karl-Heinz Saathoff – nur einen Steinwurf von einem wahren Traktoren-Koloss entfernt: ein Fendt 936 Vario mit einem Gesamtgewicht von zwölf Tonnen und einer Motorleistung von 370 PS. Dieses Fahrzeug bildete zweifelsohne einen besonderen Blickfang in der Präsentation aktueller Landtechnik, die zum Rahmenprogramm zählte.

Besonderes Highlight der Aktivitäten: das Geschicklichkeitsfahren mit einem Kramer-Ackerschlepper aus dem Jahr 1955 – ein Wettbewerb, aus dem Rolf Kaumkötter, Tim Brünger und Alexander Block als Sieger hervorgingen.

Als das Trecker-Treffen Sonntagabend zu Ende ging, gab es allenthalben zufriedene Gesichter. „Mehr als 4000 Besucher – mit diesem Ergebnis können wir zufrieden sein“, resümierte Heinrich Körting. Besonders erfreulich: die Teilnahme von 150 Alttraktorenfreunden aus dem Umland, die teilweise sogar aus Nienburg gekommen waren.


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