19.04.2017, 21:43 Uhr

Antrag der Sportfreunde Rasenspiele im Lotter Finanzausschuss

Tiefes Geläuf: Der Rasen im Stadion in Lotte hat die besten Tage hinter sich. Foto: dpaTiefes Geläuf: Der Rasen im Stadion in Lotte hat die besten Tage hinter sich. Foto: dpa

  Lotte. „Grau is alle Theorie – entscheidend is aufm Platz“, wußte schon Alfred „Adi“ Preißler. Um genau den – den Platz, nicht Preißler – geht es jetzt im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Lotte. Beraten werden soll allerdings nicht auf, sondern über den Platz der Sportfreunde.

Es ist ein Thema, bei dem die Kommunalpolitiker in Lotte bislang Tendenzen zeigen, hinter geschlossenen Türen zu diskutieren. Schließlich geht es nicht nur um Geld, sondern auch um die gerechte Behandlung der Sportvereine, den Unterschied zwischen Profis und Amateuren. Und natürlich um Fußball.

Schlicht und unverfänglich

Der Tagesordnungspunkt für die zumindest bislang noch öffentliche Sitzung am Donnerstag, 27. April ab 18 Uhr im Zimmer 35 des Wersener Rathauses lautet schlicht und unverfänglich: „Antrag der Sportfreunde Lotte auf Kostenübernahme für die Sanierung des Spielfeldes“. Er hat es trotzdem in sich: Schließlich geht es nicht nur darum, heruntergespieltes Grün wieder aufzupäppeln, sondern darum, dem Drittligisten zu einem liga-konformen Spielfeld zu verhelfen.

Zwar ist der Rasen nach all den Jahren so etwas wie ein treuer Freund, den die Sportfreunde gut kennen, der aber auch unübersehbar in die Jahre gekommen ist: Der Rasenplatz im Stadion am Lotter Kreuz ist für etliche Gastmannschaften „gewöhnungsbedürftig“. Und hat zudem nicht die auch in der Dritten Liga inzwischen geforderte Rasenheizung.

Der Rasen ist in die Jahre gekommen

Dass es ein Problem mit dem Rasen gibt, ist dabei unbestritten. Und war bei den jüngsten DFB-Pokalspielen unübersehbar: Während im Achtelfinale der Platz dank vieler tatkräftig zupackender Helfer vom Schnee befreit und anschließend die Münchener Löwen aus dem Wettbewerb gekickt wurden, sah es im Viertelfinale gegen den BvB anders aus: erst die Absage, dann im zweiten Anlauf die Verlegung nach Osnabrück und schließlich das deutliche Aus gegen die Dortmunder. Die eigentliche Frage ist wohl nicht, ob der Rasen saniert wird, sondern wer wofür die Kosten übernimmt.

Das Begehr der Sportfreunde wird schon durch den Antrag deutlich: Kostenübernahme durch die Gemeinde. „Die Gemeinde ist Eigentümer der Rasenfläche, und es gehört zu ihren Aufgaben, diese auch instand zu halten“, hatte Fußballobmann Manfred Wilke schon im Vorfeld erklärt. Und da ohnehin eine Rasenheizung verlegt werden müsse, sei jetzt ein guter Zeitpunkt. Zudem nutzen ja auch andere Sportler die Rasenfläche aus den 80er-Jahren.

Ein Eigentor?

Dann schoss Wilke möglicherweise ein Eigentor, als er auf den Platz des SV Büren verwies. Der kleine Unterschied ist nämlich, dass die einen in der Profi- und die anderen in Amateurligen spielen. Womit der Ausgang zunächst ungewiss ist. Oder, um eine verblassende „Lichtgestalt“ des Fußballs zu zitieren: „Schaun mer mal...“


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