14.03.2017, 13:11 Uhr

150 Jobs fallen weg VR-Bank Kreis Steinfurt und Volksbank Münster wollen Fusion

Sie blicken sehr optimistisch nach vorne und sind sicher, dass die Fusion mit Münster genau der richtige Weg ist: Die VR-Bank Kreis Steinfurt Vorstände (von links) Hubert Overesch, Franz-Josef Konermann und Ulrich Weßeler. Foto: Peter HenrichmannSie blicken sehr optimistisch nach vorne und sind sicher, dass die Fusion mit Münster genau der richtige Weg ist: Die VR-Bank Kreis Steinfurt Vorstände (von links) Hubert Overesch, Franz-Josef Konermann und Ulrich Weßeler. Foto: Peter Henrichmann

Lotte/Rheine. Das ging im Turbo-Tempo: Erst seit Anfang Januar sind die Chefetagen der VR-Bank Kreis Steinfurt und der Volksbank Münster im Gespräch miteinander. Nach nur zehn Wochen ist klar: Beide wollen eine Fusion.

Zur VR-Bank Kreis Steinfurt gehören auch Geschäftsstellen in Lotte, Mettingen, Tecklenburg und Hasbergen.

Drei Jahre wird der Weg dahin dauern. Im Mai 2020 sollen die Vertreterversammlungen die Fusion offiziell absegnen. Entstehen wird ein Institut (die drittgrößte Genossenschaftsbank in NRW) mit einem Bilanzvolumen von knapp fünf Milliarden Euro. Der neue Name? Ist noch unklar. Der neue Hauptsitz? Noch geheim.

Spezialisierter im Geldgeschäft

Die VR-Bank-Vorstände Franz-Josef Konermann, Hubert Overesch und Ulrich Weßeler zeigten sich jetzt bei einem Pressegespräch in Rheine „sehr optimistisch“, dass das Projekt gelingt: „Die Kulturen der Häuser passen zusammen, wir denken ähnlich und sprechen die gleiche Sprache“, sagt Weßeler. Zudem lockt die große Stadt: „Münster ist für uns ein attraktives Geschäftsfeld mit solidem Wirtschaftswachstum und hoher Kaufkraft“, urteilt Hubert Overesch. Die neue Bank wird nach der Fusion spezialisierter im Geldgeschäft arbeiten können.

Sie wird die Erträge verbessern und wird deutlich größere Firmenkunden bedienen können. Hinzu kommt, dass man künftig mit fünf Milliarden Euro Bilanzvolumen zukunftssicher und „auf Augenhöhe“ mit anderen Banken agieren kann: „Was wir hier spielen, ist Champions League“, sagt Franz-Josef Konermann.

Verträge im April

Der Weg bis dahin wird arbeitsreich. Im April sollen Kooperationsverträge geschlossen werden und die Vorstände tüfteln aus, wie es weitergehen soll. Ab 2018 erarbeiten Projektgruppen die Umsetzung der Fusion. Ab 2019 werden beide Häuser gemeinsam (und das dürfte ein klarer Fusions-Vorteil sein) ihre bankinterne Organisation (Prozesse, Personal, Produkte) neu regeln. Sie werden gemeinsam mit ihrem IT-Dienstleister Fiducia aus Münster eine komplett neue Software einführen: „Wir werden alles einmal auf links drehen“, deutet Overesch an, dass da extrem viel Arbeit auf die Mitarbeiter zukommt.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Apropos: Gemeinsam haben beide Institute heute 1100 Mitarbeiter. Im Personalbereich dürfte aber künftig nachhaltig gespart werden. Insgesamt 150 Stellen sollen ohne betriebsbedingte Kündigungen wegfallen. Auch bei den Sachkosten setzt man darauf, erhebliche Einspareffekte zu erzielen.

Wer bei der Fusion rechtlich gesehen wen schluckt, wer übernimmt und wer übernommen wird, das ist noch nicht raus. Fest steht aber: „Es ist schon so, dass die VR-Bank Kreis Steinfurt deutliche Spuren in der neuen Bank hinterlassen wird“, kündigt Konermann an.


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