18.10.2016, 14:54 Uhr

Tiere starben an Nierenversagen Wurden Katzen in Alt-Lotte vergiftet?

Erinnerungsfoto an die wenige Wochen alte „Nala“. Sie wurde höchstwahrscheinlich vergiftet. Foto: Dr. Christiane SonntagErinnerungsfoto an die wenige Wochen alte „Nala“. Sie wurde höchstwahrscheinlich vergiftet. Foto: Dr. Christiane Sonntag

Lotte. In Alt-Lotte wurden vermutlich Katzen vergiftet. Zwei Samtpfoten starben an akutem Nierenversagen. Auch die von Tierärztin Christiane Sonntag.

„Ich möchte andere Katzenbesitzer aufmerksam machen, damit sie richtig reagieren, falls deren Katze die gleichen Symptome zeigt wie unsere ,Nala‘“, betonte die Alt-Lotter Tierärztin Dr. Christiane Sonntag. Auch sie habe dem 15 Monate alten Tier nicht helfen können, bedauerte sie.

Stubentiger aus dem Tierheim geholt

Tochter Johanna ist gleichfalls traurig über den Verlust ihrer jungen Katze. Erst wenige Wochen alt waren sie und der kleine Kater „Rafie“, als sie die Familie aus dem Tierheim zu sich nach Hause holte. Schnell lebten sich die beiden Stubentiger ein und eroberten nach und nach ihre Umgebung draußen.

Vor Kurzem kam „Nala“ mittags schwankend zurück. „Sie hatte auf dem Rücken vom Nacken bis zum Schwanz einen feuchten Streifen. Es roch wie Worcestersauße“, erinnerte sich Christiane Sonntag. „Nala“ torkelte zu ihrem Körbchen und schlief sofort ein.

Tochter ist sicher: „Nala“ wurde vergiftet

Nach zwei Tagen schien sich Besserung einzustellen. „Ich hatte ihr Infusionen gegeben und dachte: Jetzt erholt sie sich wieder“, berichtete die Tierärztin. Aber ihre Tochter habe sich nicht davon abbringen lassen, dass „Nala“ bewusst vergiftet worden sei. Die Substanz sei wahrscheinlich beim Ablecken in den Organismus gelangt, vermutete die Ärztin.

Extrem hohe Nierenwerte

Als die kranke Katze keinen Urin mehr absetzen konnte, stand für die Fachfrau fest: „,Nala‘ hat akutes Nierenversagen.“ Gewissheit gab es nach der Untersuchung in einer Osnabrücker Tierklinik. „Die Nierenwerte waren so hoch, dass sie nicht mehr messbar waren“, blickte Christiane Sonntag zurück.

„Die Ärztin in der Klinik hatte uns gleich gesagt, dass die Situation recht aussichtslos ist. ,Nala‘ hätte an eine Dialyse angeschlossen werden müssen, was einen stationären Aufenthalt in einer anderen Klinik bedeutet hätte“, ergänzte sie.

Gleiches Schicksal ereilte Kater von Nachbarn

„Nala“ kam zurück in die Familie. Die Hoffnung, dass mit nierenanregenden Medikamenten die Flüssigkeitsabgabe gefördert wird, hielt nur kurz. Sechs Tage nach den ersten Symptomen starb sie.

Die Einschätzung Christiane Sonntags, dass unglücklich zusammenwirkende Umstände zum Tod von „Nala“ geführt haben, dauerte nicht lange. Aus der Nachbarschaft wurde ihr von einem etwa sieben Jahre alten Kater berichtet, der mit den gleichen Symptomen ebenfalls sechs Tage später gestorben ist. „Er kam mit der riechenden Flüssigkeit an Kinn und Bein nach Hause und litt kurz darauf gleichfalls an akutem Nierenversagen“, sagte Christiane Sonntag.

In Tierklinik hätte „Nala“ gerettet werden können

Sie hängt immer wieder Steckbriefe von vermissten Katzen in der Praxis auf und kann nachempfinden, was es bedeutet, eine lieb gewonnene Samtpfote als Familienmitglied zu vermissen.

Ihrer Warnung an Katzenbesitzer, aufmerksam zu sein, schloss sie folgende Empfehlung an: „Sind die Symptome wie die bei ,Nala‘ und dem Kater, sollten die Tiere sofort in eine Tierklinik gebracht werden. Ich bin sicher, wenn unsere Katze sofort eine entsprechende Behandlung in einer Tierklinik bekommen hätte, hätte die Chance bestanden, dass sie die Vergiftung überlebt.“


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