25.05.2016, 16:27 Uhr

3500 Säulen zur Stabilisierung Bodenvorbereitung für Neubau der A1-Dütebrücke


Osnabrück. Seit 2011 laufen die Planungen für den Neubau der A1-Autobahnbrücke über die Düte zwischen Atter und Wersen. Die Vorarbeiten für den Abbruch und den Neubau der Dütebrücke liegen voll im Zeitplan – auch wenn es durchaus Komplikationen gibt.

Erst 2006 war die Autobahnbrücke zwischen Atter und Wersen auf sechs Fahrstreifen verbreitert worden. Bereits fünf Jahre später wurden die neuen zwei Fahrbahnen wieder stillgelegt. Das betagte Brückenbauwerk hielt den gestiegenen Verkehrsbelastungen nicht mehr Stand, davon zeugten Schäden an den Brückenrändern. Ein Neubau war beschlossene Sache. Doch die neue, 350 Meter lange und fast 40 Meter breite Brückenkonstruktion benötigt zunächst einmal ein tragfähiges Fundament.

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Verdichtung mal zwei

Mit Betonquadern, die Bauingenieur Martin Oberhaus seinerzeit liebevoll „Riesen-Legosteine“ nannte, wurde in einem ersten Schritt der Untergrund verdichtet. Die Betonblöcke sind mittlerweile verschwunden, aber die Vorbereitungen für den Neubau der A1-Brücke sind noch längst nicht abgeschlossen: Mit den Betonquadern sei nur die Hälfte der nötigen Bodenverdichtung gelungen, so Oberhaus. Ab kommenden Montag werden nun nach und nach insgesamt 3500 Betonpfähle in die Erde getrieben, um den verdichteten Untergrund weiter zu stabilisieren. Jeder von ihnen ist 13 Meter lang und hat einen Durchmesser von 15 Zentimetern, wie der Bauingenieur erläutert.

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Wassereinbruch

Zwischenzeitlich sei die Baustelle in der Düteniederung sogar „abgesoffen“, sodass das Wasser an der Baustelle mit drei Pumpen abgepumpt werden musste. Dennoch liege man voll im Zeitplan, wie Oberhaus versichert.

Zurzeit wird unter und zwischen den Brückenköpfen Boden abgetragen, um eine Ebene zu schaffen für die Baugeräte, die nun anrücken müssen. Damit der Boden tragfähig wird und sich unter der neu zu errichtenden Brücke nicht absenkt, sollen zwei Schneckenbohrer nach dem sogenannten CSV-Verfahren Stabilisierungssäulen mit Trockenmörtel in den Boden bringen. Der Trockenmörtel besteht aus einer Zement-Sandmischung, die dem umliegenden Boden Feuchtigkeit entzieht und sich so zu Beton verfestigt. Zugleich wird das Erdreich von den Säulen verdrängt und damit verdichtet. Die Bauzeit für diese Bodenverdichtung schätzt Martin Oberhaus auf etwa eineinhalb Monate.

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Ökologische Baubegleitung

Lediglich im unmittelbaren Bereich der Brücke werde der Grundwasserspiegel um etwa 50 Zentimeter abgesenkt. Weder das Stabilisierungsverfahren noch die Grundwasserpumpen hätten negative Auswirkungen auf die umliegenden Feuchtwiesen. Extra dafür sei der Westerkappelner Dr. Karl-Robert Wolf mit der ökologischen Baubegleitung beauftragt..

Fertigstellung Mitte 2020

Wenn die stabilisierenden Betonsäulen im Boden sind, werde der Baustellenbereich geschottert. Erst dann könne Stück für Stück mit dem Abbruch der alten und dem Bau der neuen Autobahnbrücke begonnen werden. „Die Bauzeit für die Instandsetzung der Dütebrücke ist bis Mitte 2020 terminiert“, so Oberhaus. Ein Bauzeitenplan liege aber noch nicht vor, da der Auftrag an die Firma Porr erst am Freitag vergangener Woche vergeben worden sei.

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