28.10.2015, 15:53 Uhr

Keine Hoffnung auf sechs Züge Neuer Ärger um Gesamtschule Lotte/Westerkappeln?

Die Gesamtschule Lotte/Westerkappeln wird 2016 wohl wieder Schüler aus Lotte und Westerkappeln ablehnen müssen, damit Mettinger und Tecklenburger Kinder in die Gesamtschule gehen können. Symbolfoto: Jürgen ChristDie Gesamtschule Lotte/Westerkappeln wird 2016 wohl wieder Schüler aus Lotte und Westerkappeln ablehnen müssen, damit Mettinger und Tecklenburger Kinder in die Gesamtschule gehen können. Symbolfoto: Jürgen Christ

Lotte/Westerkappeln. An der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln ist neue Aufregung um die Anmeldungen zum nächsten Schuljahr programmiert. Die vage Hoffnung des Trägers, ausnahmsweise eine Genehmigung für die Gründung von sechs Eingangsklassen zu bekommen, hat sich zerschlagen. Die zuständige Bezirksregierung in Münster hat solchen Überlegungen frühzeitig einen Riegel vorgeschoben.

Damit könnte sich der Ärger wiederholen, den es zu Beginn dieses Jahres gab, als die Gesamtschule 170 Anmeldungen für 145 Plätze bekommen hatte. Folge: Kinder aus Westerkappeln und Lotte wurden abgewiesen und an Schulen in die Nachbarorte verwiesen, während Mettinger Schüler zum Zuge kamen, weil es dort keine Gesamtschule gibt. Acht der von einer Absage betroffenen Eltern hatten Widerspruch eingelegt, die allerdings allesamt von der Bezirksregierung zurückgewiesen wurden. Den Klageweg habe niemand beschritten, erläutert Gesamtschulleiter Manfred Stalz.

Bürgermeister machten sich stark

Die Westerkappelner Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und ihr Lotter Kollege Rainer Lammers hatten im Frühjahr angekündigt, sich für eine vorübergehende Sechszügigkeit stark machen zu wollen , wenngleich die Bezirksregierung dafür strenge Vorgaben mache.

Nachbargemeinden stellen sich quer

Ein K.O.-Krititerum, wie es Lammers nennt, war dabei eine ablehnende Haltung der Nachbargemeinden. Mettingen und Tecklenburg haben bereits negative Stellungnahmen abgegeben, womit sich alle Bemühungen erledigt haben.

Keine Ausschlussmöglichkeit

Wie der Lotter Hauptamtsleiter Werner Borchelt ergänzt, hat der Schulzweckverband eine Anfrage ans Schulministerium gestellt, ob es möglich ist, durch die Bildung eines auf die Grenzen der Gemeinden Westerkappeln und Lotte beschränkten Schuleinzugsgebietes Kinder aus den Nachbarkommunen auszuschließen. „Das ist mit dem Schulgesetz nicht vereinbar“, erklärt Borchelt.

Nachfrage zu groß

Schon jetzt zeichnet sich nach Angaben von Lammers ab, dass wieder viel mehr Kinder zur Gesamtschule möchten als diese Plätze bieten kann. „Wir können diesen Bedarf nicht befriedigen. Die Bezirksregierung zieht da nicht mit“, bittet er schon vor dem Anmeldeverfahren um Verständnis.

Politiker geben auf

Auch die Politiker geben sich geschlagen, wie am Dienstagabend in der Verbandsversammlung des Schulzweckverbandes Lotte-Westerkappeln deutlich geworden ist. „Wir müssen das akzeptieren. Wir haben alles versucht“, meint Thomas Giebel, SPD-Ratsherr in Lotte. Die Reaktionen der Nachbargemeinden könne er nachvollziehen. Durch die Pläne für die Gründung einer neuen Gesamtschule in Lengerich komme die Stadt Tecklenburg ohnehin in Bedrängnis.

Auf gute Nachbarschaft

Eine Sechszügigkeit wäre nach Meinung von Dieter Hörnschemeyer (Lotte, Bündnis 90/Die Grünen) auch kein Zeichen guter Nachbarschaft gewesen. Grundsätzlich sei überdies zu begrüßen, „dass auch Schüler aus den Nachbargemeinden die Möglichkeit haben, unsere Schule zu besuchen.“ Friedhelm Lange (Lotte, CDU) forderte die Verwaltung auf, die Eltern rechtzeitig über drohende Absagen zu informieren. „Wir haben die Situation aber nicht herbeigeführt.“

Prognosen sinken

Reine Formsache: Die Zweckverbandsversammlung hat beschlossen, die Gesamtschule dauerhaft fünfzügig zu führen. Große-Heitmeyer: „Wir müssen auch Wert darauf legen, die Qualität der Schule zu bewahren.“

Auf Dauer geht der Träger davon aus, dass fünf Klassen reichen. Denn ab dem Schuljahr 2017/18 sollen die Schülerzahlen den Prognosen zufolge deutlich sinken.


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