22.07.2015, 14:07 Uhr

Ein Musikfreak mit sozialem Touch Manfred Will organisiert Benefiz-Konzerte in Lotte

Ein Organisator, der selber in die Saiten greift: Manfred Will ist musikbegeistert und plant Konzerte in Halen auf Hof Steinmeier. Foto: Babette Rüscher-UfermannEin Organisator, der selber in die Saiten greift: Manfred Will ist musikbegeistert und plant Konzerte in Halen auf Hof Steinmeier. Foto: Babette Rüscher-Ufermann

Lotte. Zwei Stockwerke hoch unterm Dach liegt das Reich von Manfred Will. Vor der zweiten Treppe weist er darauf hin: „Hier bitte mit dem rechten Fuß beginnen.“ Wechselseitig begehbare Stufen führen nach oben. Wer dort ankommt und es bis dahin noch nicht wusste, sieht auf einen Blick: Manfred Will ist musikbegeistert.

An den Wänden hängen Fotos von Eric Clapton, Joe Cocker, Bruce Springsteen und vielen anderen Musikern – alle hat er live erlebt. Im größten Rahmen posiert seine Osnabrücker Lieblingsband die „Red Hot“. „Ich bin ein Musik-Freak“, sagt er von sich selber. Seine Leidenschaft nutzt auch anderen Menschen. Denn Will organisiert ehrenamt-lich Konzerte und spendet den Erlös an Kindergärten und Schulen in Lotte.

Von Kindheit an habe er Musik geliebt, erzählt der 61-Jährige. Er wuchs in der Grafschaft Bentheim auf. „Als Jugendlicher bin ich dann auf meinem Moped, der Kreidler RS, mit anderen ab nach Holland.“ In Denekamp erlebten die Jugendlichen Live-Musik in den Kneipen. Bands wie die „Cats“ habe er für nur fünf Gulden Eintritt dort hören können, schwärmt Will. Das habe es in Deutschland damals nicht gegeben.

Eine andere wichtige Phase in seinem Leben war, als eine Verwandte im Sauerland ihn bat, die Betreuung für sie und ihren Ehemann zu übernehmen. „Das ist eine Aufgabe. Und es ist sinnvoll“, so hat es der Verkehrsingenieur erlebt. Außerdem habe es ihn geprägt. „Es hat mir den Kick gegeben mehr zu machen.“

Zusammengefasst haben diese beiden Erfahrungen dann 2011 das erste Konzert auf dem Hof Steinmeier in Halen ergeben. „Für mich war klar, wenn ich mal etwas ehrenamtlich mache für die Allgemeinheit, dann etwas mit Musik“, erklärt Will. Gitarrenmusik stand auf dem Programm. Das hat Gründe. Manfred Wills Tochter hat Gitarre studiert und seit inzwischen fünf Jahren spielt Will selber dieses Instrument. „Da bleibt der Kopf frisch“, findet der 61-Jährige. Er greift als Linkshänder in die Seiten.

Die Konzerte auf Hof Steinmeier sind inzwischen Selbstläufer. Maximal 100 Zuhörer fast die Deele. Die Karten für die Konzerte in der Adventszeit sind schnell vergriffen. Die Spenden aus diesen musikalischen Aktionen gingen bisher an die Kindergärten in Halen, Lotte oder die Grundschule in Wersen. „Ich möchte wissen, wo das Geld hingeht. Das gibt mehr Ansporn“, erklärt Will.

Ansporn ist manchmal ganz gut, denn vor jedem Konzert ist eine Menge Arbeit zu erledigen. Neben den Werbeplakaten und Eintrittskarten muss sich Will auch um die Anträge bei der GEMA kümmern oder die Versicherungen für den Konzertabend.

Das alles macht er nicht allein. Zum Organisationsquartett zählt auch seine Frau Agrita Hinz sowie Annegret und Ulrich Steinmeier. Doch die Arbeit bereite ihm Spaß, meint Will „Ich muss schon etwas zu tun haben. Die Konzerte, das ist Ausgleich, keine Belastung. Sonst würde ich es nicht machen.“ Über die Musik trifft er Gleichgesinnte, pflegt Freundschaften durch Gespräche und sammelt viele Ideen für weitere Konzerte auf Hof Steinmeier. Mit der nächsten Aktion, an der Will sich beteiligt, können sich Musikfreunde auf die Band „Red Hot“ freuen. Sie spielen beim Stadionfest der Sportfreunde Lotte am Samstag, 29. August, um 20 Uhr. Eintrittskarten können ab sofort im Vorverkauf bei der Geschäftsstelle der Sportfreunde Lotte, im Lotter Laden, bei der Rats- Apotheke in Wersen, der Westfalen-Apotheke in Büren und bei Schreib- und Geschenkwaren Köhler in Halen zum Preis von 10 Euro erworben werden.

Nächstes Jahr bereits könnte Lotte etwas mehr klingen, swingen oder rocken. Denn der Mann, der in Pye wohnt, möchte sich bei der Bürgerstiftung Lotte verstärkt um die musikalische Seite kümmern. „Nächstes Jahr habe ich etwas mehr Zeit“, erzählt der 61-Jährige. Nämlich dann, wenn er den Fachbereich Städtebau der Osnabrücker Stadtverwaltung verlässt und in den Ruhestand geht.


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