22.08.2011, 14:06 Uhr zuletzt aktualisiert vor

SC-Doppelaufsteiger treffen sich nach 40 Jahren zum Zwerchfelltest und Leistungsvergleich Altmeister im Halen des Ruhms


Lotte. Vereinsgeschichte schrieben vor rund 40 Jahren „die Altmeister“ des SC Halen. 1969/70 und 1970/71 feierten sie zwei Aufstiege in Folge von der damaligen 3. in die 1. Kreisklasse Tecklenburg, die heutige Kreisliga A. Zu einem Wiedersehen am Sonntag hatten der einstige Spieler Heino Schulz, die aktuelle Alt-Herren-Abteilung mit ihrem Vorsitzenden Holger Meyer und der Vereinsvorsitzende Gerd Sies eingeladen.

Heino Schulz hatte viele Erinnerungen und Anekdoten aus der Zeit dieser „legendären Aufstiegsmannschaft“ zusammengetragen und provozierte die „Helden von damals“ immer wieder zu Lachattacken auf das etwas größer gewordene Zwerchfell. Er schloss in seiner Ansprache alle mit ein – die Anwesenden, die Abwesenden und die Verstorbenen jener Truppe.

Meistertrainer Rudi Stehr wurde herzlich willkommen geheißen. „Du hast in deiner bescheidenen Art mit der doppelten Meisterschaft etwas erreicht, was dir bis heute noch keiner nachgemacht hat“, bejubelte Schulz seinen Trainer. Er erwähnte aber auch, dass der Apfel nicht weit vom Baum gefallen sei. Stehrs Enkelsohn stürmt in der A-Jugend des VfL Osnabrück in der Bundesliga.

Der damalige Vereinsvorsitzende Siegfried Gregor durfte sich ebenfalls im Ruhm vergangener Tage sonnen. Keiner seiner Nachfolger habe während seiner Präsidentschaft zwei Aufstiege feiern können, sagte Schulz. Aber er solle auf der Hut sein, denn Gerd Sies habe gleich in seinem ersten Amtsjahr beachtlich vorgelegt mit dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Kreisliga A.

Schulz lobte auch die Kassierer Agnes Gregor und Willi Stall: „Die hatten es nicht immer leicht, wenigstens das Geld für den Schiedsrichter einzutreiben.“ Stellvertretend für die wenigen Fans, die damals allerdings kaum ein Spiel versäumten, begrüßte er Josef Sendner und Hans-Jürgen Ahlemeyer. Schon damals habe der SC Halen einen der schönsten Rasenplätze im Kreisgebiet gehabt – dank Torhüter und Rasenpfleger Paul Sendner, der den Kampf gegen die Maulwürfe stets für sich entscheiden konnte.

Schulz’ sportliche Analyse: „Das war eine tolle Saison 69/70 mit traumhaftem Abschluss von 54:6 Punkten und sagenhaften 136:24 Toren. Als Neuling in der damals ungeteilten 2. Kreisklasse setzten wir unseren Siegeszug fort, starteten mit 22:0 Punkten, wurden Herbstmeister und landeten plötzlich und unerwartet in der 1. Kreisklasse mit wieder 54:6 Punkten und 116:26 Toren.“

Mit einem kleinen Kader, ohne zweite Mannschaft als Unterbau, aber mit sehr jungen, ehrgeizigen Spielern, die nicht mal regelmäßig am Training teilnehmen konnten – einige waren bei der Bundeswehr –, hätten sie diese Glanzleistung geschafft. „Heute trainiert die Erste dreimal die Woche mit einem Kader von 18 Spielern.“ Aber Schulz zollte auch der aktuellen Truppe Anerkennung. Die sportlichen Anforderungen seien heute sehr viel höher. „Man spielt schneller, direkter und technisch besser als vor 40 Jahren.“

Christa Sendner, die wie Marianne Stehr und alle anderen damaligen Freundinnen, Verlobten und Ehefrauen immer hinter ihren Männern standen, erinnert sich sehr gerne an die alten Fußballzeiten: „Wenn Paul sonntags sagte, ich muss jetzt los, habe ich sofort alles stehen und liegen lassen.“ Nicht nur für sie ist und war der Fußball im SC Halen auch ein großes Stück erfolgreicher Familiengeschichte.


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