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22.04.2017, 07:10 Uhr NACH DACHEINSTURZ EINER TURNHALLE

Gründlichkeit geht in Lingen vor Schnelligkeit

Kommentar von Wilfried Roggendorf

Die Aufräumarbeiten in der Turnhalle der Lingener Johannesschule, deren Dach eingestürzt ist, laufen. Rechts ist zu erkennen, um welche Zeit das Dach am 19. Januar herunterkam: Die Uhr zeigt 6.10 Uhr an. Foto: Wilfried RoggendorfDie Aufräumarbeiten in der Turnhalle der Lingener Johannesschule, deren Dach eingestürzt ist, laufen. Rechts ist zu erkennen, um welche Zeit das Dach am 19. Januar herunterkam: Die Uhr zeigt 6.10 Uhr an. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Das Turnhallendach der Lingener Johannesschule ist am 19. Januar eingestürzt. Warum erfolgen die Aufräumarbeiten erst drei Monate später?

Diese Frage dürfte sich mancher stellen. Denn dadurch verzögert sich ja auch die Reparatur der Halle, die nicht nur von den Schülern, sondern auch von vielen Vereinssportlern gerne schnell wieder genutzt würde.

Doch die Stadt Lingen und auch der Gutachter handeln richtig, wenn sie bei der Untersuchung der Ursache des Einsturzes nach der Devise „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“ verfahren. Denn nur, wenn genau bekannt ist, was zum Einsturz geführt hat, können vielleicht früher gemachte Fehler bei der Reparatur vermieden oder andere Hallen vor einem Einsturz bewahrt werden.

Wer immer die Turnhalle an der Johannesschule als Sportstätte derzeit schmerzlich vermisst, sollte sich eines bewusst sein: Es ist nur dem aufmerksamen Auge des Hausmeisters und der schnellen Reaktion der Stadt, die Halle sofort zu sperren, zu verdanken, dass beim Einsturz niemand verletzt oder gar getötet wurde.

Wenn die Turnhalle dann 2018 wieder für Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen wird, sollen sich alle Sportler darin wohlfühlen, ohne jederzeit ängstlich mit einem Auge in Richtung Decke zu schielen. Das wird aber nur der Fall sein, wenn die Einsturzursache wirklich gründlich ermittelt wird.


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