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20.04.2017, 12:42 Uhr DISKUSSION ÜBER BERND ROSEMEYER

Museumspläne auf den Tisch legen

Kommentar von Thomas Pertz

Siegerehrung auf dem Nürburgring beim Eifelrennen 1937: Bernd Rosemeyer (links) und der Führer des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), Adolf Hühnlein. Foto: Phoenix/SWR/Peter KirchbergSiegerehrung auf dem Nürburgring beim Eifelrennen 1937: Bernd Rosemeyer (links) und der Führer des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), Adolf Hühnlein. Foto: Phoenix/SWR/Peter Kirchberg

Lingen. Bereits 79 Jahre ist die Umbenennung der Lingener Bahnhofstraße in Bernd Rosemeyer-Straße her. Warum kommt nun Kritik daran auf?

Die Antwort liegt in der Burgstraße und bei den Planungen des Lingener Unternehmers Heinrich Liesen, dort ein Museum zur Erinnerung an den berühmten deutschen Rennfahrer zu errichten.

Der aber war zur Zeit des Dritten Reiches eben auch SS-Offizier. Deshalb melden sich in der Stadt verstärkt Kritiker zu Wort, die befürchten, dass es Heinrich Liesen mit seinen Museumsplänen mehr um Heldenverehrung und weniger bis gar nicht um eine differenzierte Beschreibung der Persönlichkeit Rosemeyers und seiner Rolle im Nationalsozialismus geht. Zu diesen Kritikern gehört auch der Lingener Christoph Frilling.

Die Stadtverwaltung hat Liesens Absicht bislang lediglich „zur Kenntnis genommen“. Von den Parteien im Rat ist bislang wenig zu diesem Thema zu hören. Zurecht können sie darauf verweisen, dass im Detail noch nicht erkennbar ist, wie die Gewichte im Museum zwischen Pokalglanz und Hakenkreuz verteilt sein werden.

Diese Wissenslücken können Rat und Verwaltung aber ganz einfach schließen – indem sie Liesen einladen, seine Pläne im Rathaus auf den Tisch zu legen und vorzustellen.


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