20.04.2017, 07:22 Uhr

22-Jähriger gesteht vor Gericht Lingen: Betrüger verkauft nicht existente Smartphones

Online bot ein heute 22-Jähriger nicht existente Smartphones an und kassierte vorab das Geld. Das Amtsgericht Lingen verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung. Foto: Nicolas Armer/dpaOnline bot ein heute 22-Jähriger nicht existente Smartphones an und kassierte vorab das Geld. Das Amtsgericht Lingen verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung. Foto: Nicolas Armer/dpa

Lingen Über Internetplattformen verkaufte er Smartphones, die es gar nicht gab und strich von gutgläubigen Käufern ohne Gegenleistung 2815 Euro ein.

Wegen sechsfachen gewerbsmäßigen Betrugs hat das Schöffengericht des Amtsgerichts Lingen einen 22-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Während der auf drei Jahre festgelegten Bewährungszeit wird der nur geringfügig Vorbestrafte zunächst der Aufsicht eines Bewährungshelfers unterstellt. Er muss zudem 150 Stunden gemeinnützige Dienste ableisten. Von einem weiteren Betrugsvorwurf wurde der Angeklagte freigesprochen, ein Verfahren wegen Diebstahls wurde in Hinblick auf die verbliebenen Taten auf Antrag der Staatsanwaltschaft vorläufig eingestellt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Betrügereien eingeräumt

Der 22-Jährige räumte ein, im Jahr 2016 über diverse Online-Anzeigen nicht existente Smartphones angeboten und das von den Käufern vorab an ihn überwiesene Geld für persönliche Dinge ausgegeben zu haben. „Für alles, aber nicht für Drogen und Alkohol“, unterstrich der Angeklagte auf richterliche Nachfrage. Um eine Schadenswiedergutmachung habe er sich noch nicht gekümmert.

Er dementierte hingegen den Tatvorwurf, sich bei einem Online-Versandhandel auf den Namen seiner Mutter in einer Sammelbestellung ein Smartphone und ein Konsolenspiel im Gesamtwert von rund 1200 Euro erschlichen zu haben. Weil er seiner Mutter früher mit seiner E-Mail-Adresse ein Kundenkonto eingerichtet habe, sei diese bei seiner Bestellung wohl automatisch mit deren Konto verknüpft worden. Die Lieferadresse habe er zwar geändert, auf die richtige Rechnungsadresse habe er allerdings nicht geachtet. Er habe im Nachhinein Ratenzahlung mit dem Versandhaus vereinbart und vor seiner derzeitigen Arbeitslosigkeit bereits einen Teil abgestottert. Seine Mutter bestätigte diese Einlassung.

Diebstahl bestritten

Ebenfalls bestritt der Angeklagte, einem Bekannten aus dessen Wohnung eine Spardose mit Bargeld in Höhe von 1500 Euro gestohlen zu haben. Nach einem gemeinsamen Treffen mit zwei weiteren Kumpeln sei er zwar noch einmal alleine in die Wohnung seines Bekannten zurückgegangen, weil er seinen Pulli dort vergessen habe. Von der Spardose und ihrem Inhalt habe er zwar gewusst, eingesteckt habe er sie jedoch nicht. Seine Angaben zur Sache deckten sich im Wesentlichen mit denen des Geschädigten, dem das Verschwinden seiner gut gefüllten Spardose erst etwa zwei Tage später aufgefallen sei. Im Prinzip hätte jeder seiner drei Bekannten die Möglichkeit gehabt, die Spardose an sich zu nehmen, unterstrich der Geschädigte, dass er letztlich nicht sagen könne, ob es tatsächlich der Angeklagte gewesen sei.


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