21.03.2017, 13:00 Uhr

Generationswechsel Lingener Unternehmer überließen nichts dem Zufall

Gemeinsam nehmen Heinz (links) und Frank Ortmann ein defektes Teil in Augenschein. Foto: Sven LampeGemeinsam nehmen Heinz (links) und Frank Ortmann ein defektes Teil in Augenschein. Foto: Sven Lampe

Lingen. Früher oder später ist es in vielen familiengeführten Unternehmen soweit: der Stabwechsel von der älteren auf die jüngere Generation steht an. Ein nicht immer problemloser Vorgang. Heinz und Frank Ortmann von der Lingener Firma Ortmann Auto-Technik scheinen es geschafft zu haben.

Am 1. Januar dieses Jahres war für Senior Heinz Ortmann Schluss. Nach 41 Jahren Selbstständigkeit und dem 51-jährigen Berufsjubiläum vor Augen hat sich der 65-Jährige aus dem Unternehmen zurückgezogen. Unter seiner Regie wurde aus der 1976 mit drei Mitarbeitern in Meppen gegründeten Kfz-Werkstatt nach dem Umzug 1979 nach Lingen über die Jahre ein Automobiltechnik-Spezialist.

Vom Auszubildenden zum Geschäftsführer

Der offizielle Ausstieg seines Vaters war für Sohn Frank der offizielle Einstieg in die Verantwortung für das Unternehmen und die mittlerweile 32 Mitarbeiter. Keinesfalls überraschend, wie der 43-Jährige betont. Schließlich ist der Junior auch schon seit seiner Ausbildung vor 25 Jahren im ehemals väterlichen Betrieb dabei. Vom „Stift“ über die Mitarbeit und die Übernahme von immer mehr Verantwortung hat sich Frank Ortmann im Betrieb etabliert.

Perspektive

Die Perspektive, irgendwann den väterlichen Betrieb zu übernehmen, stand immer im Raum. Das sei überhaupt keine Frage gewesen, betonen beide. „Darüber haben wir gesprochen. Ich wusste das seit 20 Jahren“, betont Frank Ortmann. So war reichlich Zeit, sich auf dem kurzen familiären Dienstweg über die Abläufe in dem zertifizierten Bosch-Technik-Service und Spezialisten für Scania-Lkw und Carrier-Transportkühlung auszutauschen.

„Komplizierte Sache„

Beim eigentlichen Übergang der Verantwortung haben sich die beiden Kfz-Experten allerdings nicht auf sich selbst verlassen. „Das ist eine komplizierte Sache“, sagt Frank Ortmann. Schließlich sind nicht nur bei einem Generationswechsel wesentliche steuerliche und juristische Aspekte zu bedenken. „Steuerberater und Notar waren die Hauptbeteiligten“, betont Heinz Ortmann.

„Alte Schätzchen„

Eine Erfahrung musste der Junior nach eigenen Wochen seit Januar schon machen: „Da immer mehr Verwaltungsaufgaben anstehen, kommt das Fachliche immer kürzer.“ Des einen Leid ist wie so oft des anderen Freud. Der Verantwortung entledigt, lässt sich der Senior zwar nur noch sporadisch im Unternehmen blicken. Doch ganz ohne Schrauben und Werkeln kann und will er nicht. Dann kümmert er sich um Stammkunden, die technische Probleme mit ihren „alten Schätzchen“ haben. Erfahrung hilft.


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