01.12.2016, 13:20 Uhr

Hygiene-Risiko minimieren Kein Händeschütteln im Bonifatius-Hospital Lingen

Die Aktion „Höflich ohne Hände“ wurde auf dem großen Sicherheitstag des Boni vorgestellt. Plakate im Krankenhaus und Aufsteller in den Patientenzimmern dienen als Info für Patienten. Foto: Bonifatius Hospital LingenDie Aktion „Höflich ohne Hände“ wurde auf dem großen Sicherheitstag des Boni vorgestellt. Plakate im Krankenhaus und Aufsteller in den Patientenzimmern dienen als Info für Patienten. Foto: Bonifatius Hospital Lingen

Lingen. Das Bonifatius-Hospital Lingen empfiehlt seinen Mitarbeitern ab sofort, auf das Händeschütteln zu verzichten. Diese Maßnahme soll die Übertragung von Infektionen reduzieren und gehört zur Aktion „Höflich ohne Hände“.

Eine Anordnung sei das aber nicht, sagte Geschäftsführer Martin Diek laut einer Mitteilung des Krankenhauses. Aber eben eine Empfehlung, die das Ziel habe, die Sicherheit der Patienten zu erhöhen. Vorgestellt wurde „Höflich ohne Hände“ beim Mitarbeitertag. Krankenhäuser sind Orte, an denen viele Kranke und auch immungeschwächte Personen anzutreffen sind. Der Verzicht auf das Händeschütteln sei ein leichter und schneller Weg, um neben der etablierten Händedesinfektion für das medizinische Personal noch mehr Sicherheit für den Patienten zu schaffen, erläuterten der für Hygiene verantwortliche Arzt, Prof.Gerald Kolb, und Annette Werner vom Hygiene-Management. Beide betonten ausdrücklich: Diese Maßnahme ergänze die Händedesinfektion, ersetze sie aber nicht.

Laut Weltgesundheitsorganisation werden 80 Prozent aller Infektionen über die Hand übertragen – eine Gefahr vor allem für abwehrgeschwächte, schwerstkranke Menschen, deren Immunsystem eine Infektion nicht ausreichend bekämpfen kann. Krankenhäuser gehen daher besonders sensibel und aufmerksam mit der Thematik um.

Richtige Händehygiene

Um Ansteckungen zu vermeiden, empfehlen Forscher eine gute Handhygiene. Für den privaten Bereich bedeutet dass, die Hände gründlich mit Seife zu waschen. Eine Händedesinfektion ist im Gesundheitsbereich für medizinisches Personal unerlässlich. Seit Jahren beteiligt sich das Bonifatius-Hospital bereits an der bundesweiten Aktion „Saubere Hände“. Diese Aktion ist eine gemeinsame Kampagne des Aktionsbündnis Patientensicherheit, des Nationalen Referenzzentrums für die Surveillance von nosokomialen Infektionen und der Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Dem Lingener Krankenhaus wurde bereits das MRSA-Qualitätssiegel verliehen, weil die Hygiene konsequent eingehalten wurde. Aktuell nimmt das Bonifatius-Hospital am zweiten Krankenhaussiegel „MRE (Multiresistente Erreger) Prävention & Antibiotikagebrauch“ teil.

Hygiene Sprechstunde

Bereits seit 2014 bietet das Krankenhaus eine Hygiene-Sprechstunde für Patienten und Angehörige an. Jeden Mittwoch und nach Vereinbarung unter Tel. 0591/910-6045 können sich Patienten und Besucher über Bakterien, Viren sowie resistenzveränderte Keime und Hygienemaßnahmen informieren.

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