01.12.2016, 17:52 Uhr

Gespräch mit Sozialarbeiterin „Alte Backstube“ in Lingen: Neuer Anstrich, neue Chancen

Engagieren sich in der Alten Backstube in Lingen (von links): Sozialarbeiterin Frederike Buthmann und die Ehrenamtlichen Elke Bühner, Margot Reich und Marlene Brauer. Foto: Thomas PertzEngagieren sich in der Alten Backstube in Lingen (von links): Sozialarbeiterin Frederike Buthmann und die Ehrenamtlichen Elke Bühner, Margot Reich und Marlene Brauer. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Einen „sehr positiven Eindruck“ von der „Alten Backstube“ in Lingen hat Sozialarbeiterin Frederike Buthmann, die seit dem 1. Juli bei der Diakonie in der allgemeinen Sozialberatung arbeitet. In diesem Rahmen betreut sie auch das niederschwellige Angebot der Diakonie.

Buthmann kommt aus Osnabrück. Die 27-Jährige wohnt seit zwei Jahren in Lingen. Natürlich hat sie die kontroversen Diskussionen in der Vergangenheit um die Zukunft dieses seit 1988 in der Stadt etablierten Angebotes der Diakonie mitbekommen. „Nun gilt es aber, nach vorne zu schauen“, unterstrich sie am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion.

In den vergangenen Monaten war seitens der Diakonie ein neues Konzept für die Arbeit in den Räumen der ehemaligen Bäckerei in der Baccumer Straße entwickelt worden. Dazu gehörten auch inzwischen abgeschlossene Umbau- und Sanierungsmaßnahmen. So bekamen die Teestube und der Raum des ehemaligen Weltladens einen neuen Anstrich, Letzterer auch einen neuen Fußboden. Diesen Raum kann die Alte Backstube künftig für weitere Aktivitäten belegen. Sobald er möbliert ist, könne er zum Beispiel von Kreativgruppen genutzt werden, sagte Buthmann. Genutzt werde der Raum derzeit bereits von Pastor Dieter Grimmsmann für die Flüchtlingsarbeit.

„Eine spannende Aufgabe“

„Es ist eine spannende Aufgabe und Herausforderung“, sagte Buthmann. Die empfinde sie aber als sehr positiv. Dazu gehöre auch die Arbeit mit den Ehrenamtlichen wie Margot Reich, Elke Bühner und Marlene Brauer. Schön wäre, wenn noch Weitere hinzukämen, um die Ehrenamtlichen zeitlich zu entlasten, meinte die Sozialarbeiterin. Die Teestube lädt montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr zu einer günstigen Tasse Kaffee, einem Stück Kuchen oder einem Snack in gemütlicher Atmosphäre ein.

Buthmann bietet außerdem jeden Donnerstag von 10 bis 11 und 15 bis 16 Uhr eine Sprechstunde an. Diese wird nach ihren Angaben ganz unterschiedlich angenommen. An manchen Tagen reiche die Zeit kaum aus, an anderen kämen nur wenige. Die Altersgruppe der Ratsuchenden liegt nach ihren Angaben bei den über 60-Jährigen. „Es sind mehr Männer, als Frauen“, berichtete sie. Und die Themen? Oft geht es ums Geld, von dem keiner der Besucher zu viel hat. Es werde zum Beispiel nach Stromkosten gefragt, auch gebe es Nachfragen bei Behördenschreiben. Probleme, die sich zum Beispiel um Schulden oder Überschuldung drehen, kann Buthmann im wörtlichen Sinne mitnehmen, wenn sie zur Bögenstraße geht. In der Beratungsstelle der Diakonie gibt es einen Fachbereich, der sich mit diesen Themen beschäftigt.

Gesamtkosten von 26.800 Euro

Die Sanierungsmaßnahmen in der „Alten Backstube“ waren am Donnerstag auch Thema im Sozialausschuss der Stadt. Der Ausschuss empfahl einen Zuschuss von 3300 Euro zu den Gesamtkosten in Höhe von rund 26.800 Euro. Davon kommen 12.000 Euro von der Landeskirche, rund 6200 Euro vom evangelisch-luterischen Kirchenkreis Emsland-Bentheim, je 500 Euro von den Lingener lutherischen Kirchengemeinden sowie 3300 Euro vom Landkreis Emsland. Die Verwaltung begrüße ausdrücklich den Fortbestand der „Alten Backstube“ auf der Grundlage des neuen Konzeptes, hieß es.

Mehr aus Lingen lesen Sie in unserem Ortsportal.


0 Kommentare