01.12.2016, 09:00 Uhr

Auftritt im Alten Schlachthof Lingen Thomas Godoj: Man landet schnell in einer Schublade

Thomas Godoj steht am Samstagabend im Alten Schlachthof auf der Bühne. Foto: Mark RuppeltThomas Godoj steht am Samstagabend im Alten Schlachthof auf der Bühne. Foto: Mark Ruppelt

part Lingen. Musikfans dürfte Thomas Godoj noch als Gewinner der 5. Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) in Erinnerung geblieben sein. Nachdem es ruhiger um den 38-Jährigen geworden ist, hat er im September sein sechstes Studioalbum „Mundwerk“ veröffentlicht. Samstag steht Godoj auf der Bühne des Alten Schlachthofes und wir haben zuvor mit ihm gesprochen.

Den meisten Musikfans dürfte Thomas Godoj noch als Gewinner der 5. Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) in Erinnerung geblieben sein. Nachdem es zwischenzeitlich etwas ruhiger um den 38-jährigen Sänger geworden ist, hat er im September sein sechstes Studioalbum „Mundwerk“ veröffentlicht. Am Samstagabend steht Godoj im Rahmen seiner Tour auf der Bühne des Alten Schlachthofes. In einem Interview hat er über den bevorstehenden Auftritt, die Finanzierung seines neuen Albums und Erfahrungen aus seiner Zeit bei DSDS gesprochen.

Am Samstagabend stehst du auf der Bühne des Alten Schlachthofes in Lingen. Hast du schon Erfahrungen mit der Stadt gemacht? Bislang bin ich noch nicht da gewesen, sondern lediglich dran vorbeigefahren. Für mich ist es eine Premiere – und ich freu mich sehr darauf.  

Im Gepäck hast du dein neues Album „Mundwerk“. Auf welche Art von Musik dürfen sich deine Zuhörer freuen? Das Album besteht überwiegend aus deutschsprachigem Rock ‘n‘ Roll. Mein Anspruch an die neue Platte war, dass die einzelnen Songs die Leute gut unterhalten und tanzbar sind. Generell ist die Stimmung des Albums schon ziemlich positiv geworden, was auch die Reaktion des Publikums nach unseren Konzerten zeigt.

Mundwerk wurde per Crowdfunding von deinen Fans finanziert – ebenso wie das Vorgängeralbum „V“. Welche Vorteile bietet ein solches Konzept für Dich als Künstler? Der große Vorteil daran ist die Freiheit. Abseits der großen Musikindustrie kann man als Künstler einfach die Musik machen, worauf man Lust hat. Es gibt keine Plattenfirma, die dir sagt, in welche Richtung es gehen muss. Ich bin der Meinung, man sollte sich als Musiker frei entwickeln dürfen und seiner Leidenschaft folgen, nur so kann ein gutes Album auch gelingen.      

Für das neue Album sind am Ende mehr als 186000 Euro zusammengekommen. Hat dich der Erfolg am Ende selbst ein wenig überrascht? Das ist sicherlich eine starke Summe und hat mich auch stolz gemacht. Wenn man aber bedenkt, dass große Plattenfirmen teilweise 500000 Euro in eine Produktion stecken, ist unser Betrag ziemlich gering. Mit der Summe bin ich gut zurechtgekommen, am Ende blieb aber nur noch wenig davon über, denn es fallen nicht nur Kosten in den Bereichen Produktion und Marketing an, sondern auch Steuerabzüge, Grafikkosten, Gebühren für Paypal und so weiter. Es gehört schon einiges an Planung dazu, damit alles reibungslos klappt.

Du hast dich damals, nach deinem Sieg der 5. Staffel von DSDS, enttäuscht vom großen Musikgeschäft verabschiedet und schließlich dein eigenes Label „Tomzilla-Musik“ gegründet. Welche Erfahrungen hast du damals nach der Show gemacht? Grundsätzlich sind Erfahrungen immer etwas Positives. Die Teilnahme an einer Castingshow ist erst einmal nicht schlecht, denn heute ist es einfach schwierig, sich als Künstler präsentieren zu können. Das Problem an der Sache ist einfach, dass die eine Show mehr ernst genommen wird als die andere. In unserer Gesellschaft herrscht teilweise eine ziemlich vorgefertigte Meinung, und als Teilnehmer einer solchen Show landet man dann relativ schnell in einer Schublade und bekommt keine echte Chance, obwohl die Qualität der Musik vielleicht doch gar nicht so schlecht ist.    

Nervt es dich, dass die Leute dich heute noch vermehrt auf deine Teilnahme am Casting reduzieren? Nerven ist vielleicht nicht der passende Ausdruck. Ich versuche, die Leute zu ermutigen, sich mit mir intensiver auseinanderzusetzen, bevor ein Urteil gefällt wird. Alles andere kann ich schlichtweg nicht beeinflussen.


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