29.11.2016, 07:15 Uhr

Weihnachtsmarkt 2016 Glühweintest: Wo gibt es in Lingen das leckerste Heißgetränk?

Julia Mausch, Christopher Janßen, Matthias Wessel, Maren Deters und Philip Beuter sowie Jessica Lehbrink (von links) haben Getränke auf dem Weihnachtsmarkt probiert. Foto: BeckerJulia Mausch, Christopher Janßen, Matthias Wessel, Maren Deters und Philip Beuter sowie Jessica Lehbrink (von links) haben Getränke auf dem Weihnachtsmarkt probiert. Foto: Becker 

Lingen. Glühwein, Lumumba, Eierpunsch, Kinderpunsch oder heißer Kakao. Das Angebot auf dem Lingener Weihnachtsmarkt ist groß. Und nicht nur das: Auch das Preis-Leistungsverhältnis und das Ambiente unterscheiden sich. Wo einfach alles zusammenpasst, wollten wir mit einem Glühweintest herausfinden – und das Ergebnis überrascht.

„Puh, ist das kalt“, Jessica Lehbrink reibt sich die Hände, als sie auf dem Marktplatz in Lingen steht. Es ist ein Donnerstagabend und die Innenstadt füllt sich langsam mit Passanten. Der Weihnachtsmarkt beginnt. Während die Kinder mit Schlittschuhen auf der Eisfläche ihre Runden drehen, wärmen sich andere ihre Hände an heißen Getränken. Ob es schmeckt, will Jessica Lehbrink herausfinden. Vier Stundenten aus Lingen begleiten die Journalistin und ihre Kollegin Julia Mausch von der Lingener Tagespost.

Daumen nach oben, Daumen nach unten

Maren Deters und Philip Beuter kommen aus Lingen und Nordhorn. Die 20-Jährige studiert, wie auch ihr 25-jähriger Freund, Pflege an der Berufsakademie Emsland. Ihre Freunde Matthias Wessel (22) und Christopher Janßen (21) auch. Die Vier hatten sich gemeldet, als die Lingener Tagespost Tester für die Aktion gesucht hatte. Die Freunde stehen vor der Tiroler Almhütte mit drei Papierdaumen in der Hand. Der Daumen nach oben für das Ergebnis „sehr gut“, der Daumen nach unten dient als negative Bewertung und der Daumen zur Seite steht für die Schulnote „befriedigend“.

„...ein bisschen zu süß“

Lächelnd steht dort die Bedienung vor Maren Deters, als sie für sich und ihren Freund Philip Beuter Glühwein bestellt. Während sie sich für den klassischen Roten entscheidet, wählt Philip Beuter den Weißen – zum ersten Mal in seinem Leben. Vorsichtig nippt er an dem heißen Getränk und seine Entscheidung steht fest: „Schmeckt nicht schlecht, den Normalen mag ich lieber.“ Eben diesen hat Maren Deters gewählt, die sich der Meinung anschließt. „Ein bisschen zu süß“, sagt sie. Der Preis von zwei Euro pro Getränk sei aber angemessen und auch die Deko vermittle ein weihnachtliches Gefühl. Fazit: ein Daumen zur Seite.

Die Augen essen mit

Kein Lametta und nur wenige Tische, dafür ein gut gelaunter Verkäufer, der Matthias Wessel und Christopher Janßen empfängt, als sie vor Mannis Glühweinbude Halt machen. Wie Maren Deters bestellen die Studenten zwei „normale“ Glühwein. „Dampft der aber“, fällt Matthias direkt auf, als er das Heißgetränk übergeben bekommt und daran riecht. „Süß aber nicht zu süß und sehr kräftig“, beschreibt Christopher Janßen den Geschmack des Glühweins, den Geruch als würzig. Trotz des schlichten Ambientes sind die Männer von dem zwei Euro teuren Getränk überzeugt. Daumen nach oben.

Das Bier, das nicht nach Bier schmeckt

Während die Männer es sich schmecken lassen, haben Maren Deters und Philip Beuter den nächsten Glühweinstand im Visier, der mit Nuss-Glühwein und Früchte-Glühwein wirbt. Ein Traum aus Sahne wird ihnen für 3,50 Euro präsentiert. „Sahnig, süß, super lecker“, lautet das Fazit von Philip Beuter. Cashewnüsse, Mandeln, jegliche Nuss schmecke er aus dem Getränk raus. Auch Maren Deters ist überzeugt von ihrem Früchtetraum, bestehend aus Himbeeren, Pfirsichen und Brombeeren, der Daumen geht nach oben. So einfach die Entscheidung bei der Renz-Bude fällt, wird es bei der Bayernhütte komplizierter. Das Glühbier wird getestet. Die Studenten erwarten warmes Bier. „Das schmeckt wie Fruchtsekt“, beschreibt Maren Deters den Geschmack des drei Euro teuren Getränks. Die Männer stimmen ihr zu, überzeugt sind sie nicht. Zu süß, die Kohlensäure fehlt: nur Mittelmaß.

Daumen nach unten

Ernüchternd fällt das Urteil von Jessica und Julia aus, als sie an dem Eierpunsch und dem Glühwein mit Amaretto nippen, der an einem Stand nahe der Alten Posthalterei angeboten wird. „Der schmeckt ganz anders, als ich Eierpunsch in Erinnerung hatte“, sagt Jessica Lehbrink. Obwohl der Service freundlich und das Ambiente ansprechend ist, fällt die Bewertung negativ aus. Es geht weiter zu den Brögberner Frauen. Glühwein und Holunder gibt es. Der Glühwein kostet zwei Euro, der Holundersaft mit Holunderlikör ist 50 Cent teurer. Die Studenten sind überzeugt: Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Der klassische Glühwein wird verdrängt

Vorbei an dem Schokohaus vor dem alten Rathaus, das mit Kakao und heißer Schokolade wirbt und Jessica Lehbrink überzeugt, geht es zur letzten Station – zum Postwäldchen. Direkt vor der Alten Posthalterei ist eine Bude inmitten von Tannen aufgebaut, bei der es auch Roséglühwein oder Apfelpunsch für 2,50 Euro pro Becher gibt. Maren Deters nimmt Rosé und sagt: „Für alle die, die es nicht so süß mögen, ist das die perfekte Alternative.“ Christopher Janßen wählt das Apfelgetränk: „Das schmeckt wie warmes Apfelmus“, sagt er, alle probieren. Der Tagessieger steht fest.


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