23.11.2016, 11:51 Uhr

64 Kinder und Jugendliche in Klinik Komasaufen bei Jugendlichen im Emsland geht zurück

Weniger junge Menschen betrinken sich im Emsland regelmäßig. Dennoch: 2015 landeten 64 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Foto: imago stock&peopleWeniger junge Menschen betrinken sich im Emsland regelmäßig. Dennoch: 2015 landeten 64 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Foto: imago stock&people

Lingen. Immer weniger junge Menschen betrinken sich im Emsland regelmäßig. Grund zur Entwarnung ist das aber nicht, immerhin landeten im vergangenen Jahr 64 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus.

Die Zahl alkoholbedingter Klinikaufenthalte von Kindern und Jugendlichen ist im Landkreis Emsland weiter zurückgegangen. Dennoch bleibt das Rauschtrinken bei Schülern ein Problem. Nach aktuellen Informationen der DAK-Gesundheit landeten im vergangenen Jahr 64 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Nach bislang unveröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes sank die Zahl der Betroffenen im Vergleich zu 2014 um 5,9 Prozent.

Komasaufen bei Jugendlichen geht zurück

Dass sich junge Menschen in Deutschland deutlich weniger als noch im Jahr 2008 betrinken, zeigt ebenfalls eine repräsentative Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. 2014 haben sich demnach 12,9 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren einmal im Monat in einen Rausch getrunken, 2008 waren es noch 20,4 Prozent. (Weiterlesen: Komasaufen bei Jugendlichen geht zurück)

Ein positiver Trend, Grund zur Entwarnung ist das aber nicht, denn Alkohol bleibt laut den Drogenbeauftragten das „Suchtmittel Nummer eins“ bei Jugendlichen. „Viele Jugendliche überschätzen sich und glauben Alkohol gehört zum Feiern und Spaß haben dazu“, sagt Kai Henneborn, von der DAK-Gesundheit in Meppen. Eine regionale Alkoholprävention ohne erhobenen Zeigefinger bleibe unverzichtbar, damit sich die gute Entwicklung dauerhaft auf das Emsland übertrage.

Acht Kinder mussten in Kliniken behandelt werden

So soll auch die Zahl der Klinikbehandlungen zurückgehen. Eben dort mussten im vergangenen Jahr allein acht Kinder zwischen zehn und 15 Jahren in der Region behandelt werden. Dieses Ergebnis bereitet laut der DAK Experten besonders Sorge. Um das künftig zu verhindern, setzt die Krankenkasse auch 2017 auf die Kampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ im Landkreis Emsland. Beim bundesweiten Wettbewerb werden Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren aufgerufen, mit Plakaten kreative Botschaften gegen das Rauschtrinken zu entwickeln. An der Präventionskampagne gegen Alkoholmissbrauch nahmen seit 2010 mehr als 80.000 Schüler teil. (Weiterlesen: Kampagne gegen Komasaufen startet in Lingen)


Alkoholsucht

In Deutschland gelten rund 1,77 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren als alkoholabhängig. Bei weiteren 1,6 Millionen liegt ein Alkoholmissbrauch vor, der häufig von der Umgebung nicht erkannt wird. Jedes Jahr sterben in Deutschland mindestens 74.000 Menschen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum.

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